Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

So (oder so ähnlich) fing alles an.
+
So (oder so ähnlich) fing alles an.

TIMES MAGER

Schultern

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
    schließen

Da kann man sich schon mal verhören, wenn man ein Impingement hat, auch wenn das gar nicht in den Ohren liegt.

Kollege S. berichtete von einer einfachen Argumentations- und einer darauf folgenden, etwas komplizierteren Assoziationskette. Die Argumentationskette fand sich am Zäunchen einer Parzelle in einer Kleingartenanlage hängend auf zwei DIN-A-4-Blättern. Auf dem ersten stand „Hier kacken Hunde“ und auf dem zweiten „ICH WILL DAS NICHT!“.

Das Ganze befand sich durchaus noch in Hundeschnauzenreichweite, für größere Tiere sogar ohne „Männchen“, richtete sich aber eher an Menschen. Und die Argumentation wisse wirklich zu überzeugen, bemerkte der Kollege S.: Eine klare Tatbestandsbeschreibung („kacken“) mit exakter Orts- („hier“) und Täterangabe („Hunde“) – und dazu eine unmissverständliche Stellungnahme des oder der Betroffenen.

So weit, so hilfreich für jeden Feldschütz, wenn es den noch gäbe oder in Kleingartenanlagen je gegeben hätte. Kollege S. aber, das gestand er selber ein, verfiel aus ihm nicht bekannten Gründen auf den Gedanken, dass es sich eigentlich um einen idealen Tweet handeln würde, der Kürze und Klarheit wegen, aber andererseits auch nicht, da das Wörtchen „Hier“ den noch so zahlreichen Followern und -innen in der Weite des Internets schon wegen deren Ortsunkenntnis keine Handlungsoption eröffne.

In diesem Moment, so der Kollege S., habe wegen einer unbedachten Bewegung seine rechte Schulter geschmerzt, in der ihn wegen untauglicher Versuche einer sportlichen Betätigung seit einiger Zeit ein „Impingement“ plage. Die Frage, was genau das sei, umging er elegant mit den Worten, es tue halt weh.

Nun sei ihm, fuhr der Kollege S. fort, bei der gedanklichen Kombination von „Tweet“ und „Impingement“ ganz naturbelassen das Wort „Impeachment“ in den Sinn gekommen, woraufhin sich bei ihm eine tiefe Traurigkeit eingestellt habe, weil sein „Impingement“ immer noch schmerze, während das „Impeachment“ gegen Herrn Trump gescheitert sei. Und das wiederum tue ihm ebenfalls sehr weh.

Noch schlimmer sei es geworden (nicht das Impingement, im Gegenteil!), als er, Kollege S., sich zur Krankengymnastik begeben habe. Die Physiotherapeutin, ihn, den Kollegen S., vorbildlich knetend, habe erzählt, dass man bei Menschen, die Golf spielen und Krankheitssymptome zeigen, eine spezielle, wirksame Impingement-Behandlung anwenden könne.

Für einen kurzen Moment, so S., sei es ihm wie eine Befreiung erschienen, denn wenn es stimmte, dass ein Impeachment-Verfahren bei kranken Golfspielern besonders wirksam sei, dann, dachte S., gäbe es noch Hoffnung.

Bevor er merkte, dass er sich wieder einmal verhört hatte, stellte sich S. noch die Frage, woher die Physiotherapeutin das weiß. Aber es half nichts mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare