Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Times Mager

Schuld sind...

Lyriker Andrew Motion bekam fürs Nichtstun vom britischen Königshaus viel Geld. Asiatica - früher eine Nudelsuppe wert - bringen heute irre Summen. Nur Herr Sch. geht leer aus. Von Judith v. Sternburg

Immer sind entweder die Journalisten oder die Bankangestellten schuld. Nie die Künstler oder die braven Bürger. Hier zwei aus dem Leben gegriffene Beispiele.

1.) Andrew Motion war zehn Jahre lang "Poeta Laureatus" des englischen Königshofes, wofür er 5000 Pfund im Jahr sowie eine größere Quantität Wein erhielt. Dafür schrieb er acht offizielle Gedichte.

Anfang des Jahres ist er zurückgetreten (die FR berichtete), unter anderem mit der Begründung, er habe eine Schreibhemmung entwickelt. Nun tarockt er in der Zeitung Guardian nach. Als er erstmals die Königin traf, habe diese ihm ausdrücklich gesagt: "Sie müssen gar nichts tun." Ist das nicht großartig?

Jedoch waren es die Journalisten, die ihn zur ungeliebten und schreibhemmenden Arbeit antrieben. So wie ein runder Geburtstag, eine Hochzeit oder ein Todesfall ins royale Haus standen, riefen sie bei Motion an und wollten wissen, was er nun vorhabe. Ihre Stimme, so der Lyriker, habe ihm immer klar gemacht, dass man ihn für einen faulen, Alkohol gluckernden Republikaner halte, wenn er nicht sofort zur Feder greife.

2.) Barbara und Eduard Beaucamp, Anna und Michael Haas, Eduard von der Heydt, Christoph Müller und Dieter und Si Rosenkranz haben gemeinsam, dass sie über Jahre Kunst gesammelt haben. Im Museum der bildenden Künste in Leipzig kann man sich bis 1. Juni unter dem Titel "Gala. 5 Sammler zeigen ihre Favoriten" ansehen, was sie zusammenbrachten. Die Beaucamps besitzen eine "Madonna mit Kind" von Il Guernico. Ist das nicht fantastisch?

Obgleich der Kunstmarkt mit Asiatica nicht recht vorankommt, wie die Neue Zürcher Zeitung am Samstag berichtete, ging ein Blatt von Hokusais "Die große Welle" für 68 500 Dollar weg. Japanische Druckgrafik kostete einmal so viel wie eine Nudelsuppe.

Herr Sch. erzählt indessen gerne, wie er vor Jahren einmal ein wenig Geld anlegen wollte. So wenig nun aber auch wieder nicht. Jedenfalls sagte er zu seiner Bankberaterin halb im Scherz, er könne ja ein Bild kaufen. Die Bankberaterin habe sehr gelacht. Sie könne ihm einen vielleicht doch etwas lukrativeren Vorschlag machen, habe sie erklärt. Ihm habe das eingeleuchtet. Jetzt allerdings, beklagt sich Herr Sch., könnte er das Geld gut gebrauchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare