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So ist sie halt, die Mona Lisa. Unbeeindruckt von den Menschenmassen, die im Pariser Louvre zu ihr aufschauen, lächelt sie ihr unergründliches Lächeln.
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So ist sie halt, die Mona Lisa. Unbeeindruckt von den Menschenmassen, die im Pariser Louvre zu ihr aufschauen, lächelt sie ihr unergründliches Lächeln.

Times mager

Schmollmund

  • Axel Veiel
    VonAxel Veiel
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Eine digitale Version der berühmten Mona Lisa soll mit ihrer künstlichen Intelligenz überzeugen. Denn sie wird nicht nur unverbindlich lächeln, versichern die Erfinder.

So ist sie halt, die Mona Lisa. Unbeeindruckt von den Menschenmassen, die im Pariser Louvre zu ihr aufschauen, lächelt sie ihr unergründliches Lächeln. Nicht einmal die Unterstellung des Historikers Angelo Paratico, sie sei die Mutter ihres Schöpfers Leonardo da Vinci und obendrein eine chinesische Sklavin, hat „La Joconde“, wie die Franzosen sie nennen, erschüttern können.

Das heißt, so war sie halt. Sie kann jetzt nämlich auch anders. Wissenschaftler des französischen Instituts für Internet und Multimedia haben der Anfang des 16. Jahrhunderts auf Pappelholz Verewigten neues Leben eingehaucht. Unterstützt von Designern haben sie eine digitale Version des Ölgemäldes erstellt.

Die Ausmaße des Doubles sind identisch. Aber anders als das Original erfreut sich die Kopie künstlicher Intelligenz. Mona Lisa II. kann nicht nur nach links blicken, sondern auch nach rechts. Sie vermag leicht den Kopf zu wenden. Auch ist sie nicht zum Dauerlächeln verdammt. Wenn es sein muss, zieht sie auch mal einen Schmollmund. Welcher Gesichtsausdruck die Oberhand gewinnt, hängt nicht zuletzt vom Betrachter ab, dessen Gebärden und Gemütszustand die Dame mit Hilfe von Sensoren aufmerksam registriert.

Ein Lächeln am frühen Morgen?

Wie das Institut mitteilt, wird die neue Mona Lisa die im Pariser Geschäftsviertel La Defense gelegenen Räume schon bald verlassen. Nach dem Willen ihrer Schöpfer soll sie sich unters Volk mischen, als „Living Art“ Online-Schmuck zieren oder dank einer App Smartphones beleben, wo sie angeblich auch gern SMS empfängt. Der Erwerber eines mit dem Internet verbundenen Medaillons wird dann sicherlich mit Mona Lisa den Tag beginnen, sie zum Frühstück bitten, ihr zwischen zwei Croissants kokett zuzwinkern. Sie zwinkert, den Kopf leicht drehend, bestimmt zurück. Vielleicht verrät sie auch gleich noch, wer sie denn nun wirklich ist. Die Gemahlin des Florentiner Kaufmanns Francesco del Giocondo? Die Tochter Alfons II. von Neapel? Eine tröstende Madonna für einen ohne Mutter aufwachsenden kleinen Jungen? Nun, sie hat sich über ihre Herkunft ausgeschwiegen.

Die mit künstlicher Intelligenz Ausgestattete täte freilich gut daran, ebenfalls zu schweigen. Sollte die bereits ihres unergründlichen Dauerlächelns Beraubte auch noch ihre Identität preisgeben, das letzte Mysterium wäre dahin. Mona Lisa verkäme zur gewöhnlichen Frau – mit womöglich schwerwiegenden Folgen. Der Erwerber von Medaillon oder App könnte ihrer überdrüssig werden, sie im Dunkeln einer Schublade verschwinden lassen oder schlicht löschen.

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