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Großbuchstaben? Kleinbuchstaben? Und dann ist da auch noch die Sache mit dem „Schlägle“.
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Großbuchstaben? Kleinbuchstaben? Und dann ist da auch noch die Sache mit dem „Schlägle“.

Times mager

Schläge

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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In Sachen „Schlägle“ hat das Times mager Reaktionen ausgelöst, die nicht unwidersprochen bleiben können.

Gäbe es noch eine himmlische Gerechtigkeit, die harte Hand des Herrn müsste dem Times mager einen Schlag versetzen, von dem es sich minutenlang nicht erholt. Nichts davon, stattdessen ein Leserbrief aus dem Schwäbischen, immerhin.

In der Tat ist es so, dass die Schwäbin und der Schwabe keineswegs dann von einem „Schlägle“ sprechen, wenn es sich um einen Herzinfarkt (Herzschlag?) handelt, wie es an dieser Stelle unverzeihlicherweise behauptet worden war. Vollkommen zu Recht und mit dem notwendigen Ernst korrigiert ein Leserbrief: „für einen schwaben ist der schlaganfall ein schlägle (wenn er nicht zu heftig ausfällt).“

Wenn nun hier darauf hingewiesen wird, dass die Kleinschreibung im Leserbrief durchaus harmonisch mit der schwäbischen Vorliebe für Verkleinerungsformen korrespondiert, dann geschieht das im vollen Bewusstsein dafür, dass es zu einem weiteren Leserbrief führen könnte, der die wahren Gründe für die Kleinschreibung mit der notwendigen Ernsthaftigkeit benennt.

Der Dank für die Korrektur in Sachen „Schlägle“ ist dem Leserbriefschreiber jedenfalls sicher, unabhängig von der einen oder anderen Frage, die sich an die Leserbriefschreibenden stellen ließe.

Zum Beispiel: Wie gelingt es ihnen immer wieder, unsere Motive besser zu kennen als wir, die Artikelschreibenden, selbst? Im vorliegenden Fall: „eine sprachliche verbindung vom herzinfarkt zum schlägle gibt es im schwäbischen nicht. auch wenn es dem nichtschwaben spass macht und in den kram passt, das zu behaupten.“

Da sitzt nun der Artikelschreibende und fragt sich, in welchen Kram es ihm gepasst hat, hinterlistig und in voller Absicht vom Herzinfarkt statt vom Schlaganfall zu schreiben, obwohl er nach Erhalt des Leserbriefs kurz dachte, er hätte sich einfach nur geirrt.

Unterstelle ich, fragt sich der Artikelschreibende, den Schwäbinnen und Schwaben ein kollektiv schlechtes Herz, ohne es zu wissen? Hat mein Unterbewusstsein eine Breitseite zur Verunglimpfung einer klugen und tapferen Volksgruppe abgeschossen? Was sind, um die Frage einer Reihe von Leserbriefschreibenden zu Themen aller Art aufzugreifen, die wahren Motive meines Schreibens? Wer hat mich mehr oder weniger heimlich angewiesen, die Welt mutwillig aus der falschen Haltung heraus zu beschreiben?

Der schwäbische Kollege, um den es in Sachen „Schlägle“ ging, ist einer der liebenswertesten, humorvollsten und klügsten Menschen, die Sie sich vorstellen können. Aber das steht jetzt hier wieder nur, um von den täglichen Lügen abzulenken, zu denen der Chefredakteur das Times mager von Morgenappell zu Morgenappell zwingt.

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