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Ein Tipps für den Hamsterkauf: Honig ist im Prinzip unbegrenzt haltbar.

Times mager

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Von Meisen lernen, heißt klüger werden.

Kürzlich ging es an dieser Stelle um Hummeln, die ebenso gut wie die Queen in der Lage sind, tastend ihren Lippenstift oder ihre Hausschlüssel in der Handtasche zu finden. Oder sogar besser dazu in der Lage sind, denn die Queen hat zwar eine Handtasche, die allen Anzeichen nach sofort nach der Krönung an ihren Arm getackert wurde, aber gewiss musste sie noch nie die Palasttüre eigenhändig aufschließen.

Jetzt beschämen uns weitere Spezies mit Fähigkeiten, die wir zwar im Prinzip auch haben, aber in viel zu vielen Fällen nicht anwenden (das Times mager vermutet: vor allem aus Luschigkeit, aber auch Dummheit kommt durchaus in Frage). So haben Forscher jetzt gemeldet: Meisen lernen, indem sie sich das Wohlbefinden betreffende Dinge bei anderen Meisen abgucken. Dafür genügt es, ihnen Videos zu zeigen, in denen Artgenossen ihren Ekel zeigen angesichts eines bitteren Happens. (Meisen-Ekel erkennt man übrigens daran, dass sie ihren Schnabel „wiederholt an der Sitzstange reiben“ und den Kopf schütteln. Beim Menschen muss im Zweifelsfall das Kopfschütteln reichen, denn die Sitzgelegenheit-Variante erfordert mehr Gelenkigkeit, als vor allem der ältere Mensch sie aufbringt.)

Beobachteten also Kohl- oder Blaumeisen die Pfui-Teufel-Reaktion anderer Kohl- oder Blaumeisen, mieden sie die von den Forschern auffällig gekennzeichneten Häppchen. Beim Menschen ist es eher umgekehrt, er nennt das dann Mutprobe. So folgte auf die Zimt-Challenge (einen Esslöffel Zimt schlucken) die Tide-Pod- Challenge (auf Waschmittel-Kapseln beißen). Je näher Youtube-Vorbilder dabei dem Erstickungs- oder Vergiftungs-Tod kamen, desto reizvoller schien es für andere Menschenkinder zu sein.

Aber so reizvoll wie Hummelhonig? Doch, es gibt ihn, und das Times mager kann bestätigen, dass es kürzlich an einem 15-Grad-und-Sonne-Tag bereits eine Hummel beim Nektarsammeln beobachtete. Aber Hummeln leben gleichsam von der Hand in den Mund, sie legen höchstens einen Wochenvorrat an, um Schlechtwetterperioden zu überbrücken. So ein Hummelvorrat wiederum reicht beim Menschen nicht einmal für den sprichwörtlichen hohlen Zahn.

Hummeln sind also weder Hamster noch Ameisen (siehe „Die Grille und die Ameise“). Und Hamster keine Meisen. Zwar sind auch Menschen offensichtlich keine Meisen (siehe Tide Pods), doch könnte man sie in diesen Tagen, da Supermarktregale leergekauft werden, der Hamsterfamilie zuschlagen.

Dazu ein Tipp: Honig ist im Prinzip unbegrenzt haltbar.

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