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Einmal kurz die Nerven verloren – schon wird die Trophäe der Rugby-Union-Weltmeisterschaft nach einem benannt.
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Einmal kurz die Nerven verloren – schon wird eine Trophäe nach einem benannt.

Times mager

Rugby

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Vor 215 Jahren wurde, so will es der Mythos, der Erfinder des Rugby geboren. Jedenfalls wollte William Webb Ellis unbedingt das Tor machen.

Wie immer am 24. November denken wir an William Webb Ellis, der heute vor 215 Jahren geboren wurde und als Teenager möglicherweise die Sportart Rugby erfand. In Rugby, so viel ist sicher, alles andere nicht.

Dem Vernehmen nach griff der junge Ellis (der auch beim Cricket gemogelt haben soll) bei einem Fußballspiel in seiner Schule kurzerhand nach dem Ball und trug ihn auf seinen Armen ins Tor. Das „auch“ in der Klammer ist insofern falsch, denn den Ball ins Fußballtor zu tragen, ist keine Mogelei, sondern eine offensive Regelverletzung vor aller Augen. Wie man sich lebhaft denken kann, sprachen die ihm nachfolgenden Rugbyfreunde und -freundinnen lieber von „a fine disregard of the rules of football“, einer feinen Missachtung der Fußballregeln. Ja, so kann man es auch ausdrücken, so drückten es die Britinnen und Briten aus, als sie noch den Eindruck machen wollten, cool, vernünftig und sportlich zu sein. Es stimmte schon damals gar nicht, aber die Menschen, die das merkten, waren weit weg und konnten es noch nicht posten.

Aus heutiger Sicht stellt man sich einen jungen Mann vor, der kurz die Nerven verliert. Zudem ist es allzu natürlich, die Sache notfalls selbst in die Hand zu nehmen. Ab und an durch die Mitte zu gehen, wenn es an den Rändern zu kompliziert wird. Etwas, das beim Fußball, wie er heute gespielt wird, selten funktioniert. Daher rührt das vertraute familiäre Herumgeschreie an den Spieltagen. Wären wir in einem anderen Film, und es würde für den Satz „Geh doch über die Seite“ in all seinen Nuancierungen („Geh doch über die Seite, Idiot“) rote Rosen regnen, so wäre jeden Samstagnachmittag Rote-Rosen-Flut.

Kompliziert wird dieser aus rustikaler Rugby-Sicht so klare Fall aber durch etwas anderes. Beim Fußball in William Webb Ellis’ aktiver Zeit wurde der Ball in bestimmten Situationen nämlich durchaus in die Hand genommen. Vielleicht durfte William das also, hätte ihn sodann aber wieder niederlegen und das Tor mit dem Fuß erzielen müssen. Es scheint zudem nicht ganz klar zu sein, welches Spiel auf dem Sportplatz der Schule in Rugby gespielt wurde, bevor es Rugby gab. Vielleicht dachte William, er befinde sich in einer Partie Caid. Caid ist der Vorgänger von Gaelic Football, einem echten Rasendrama, in dessen Regelwerk schon mancher Held zermahlen wurde, der im westirischen Pub mitreden wollte.

Aber warum interessiert uns das überhaupt? Erstens ist Rugby eine insgesamt den faden Alltag belebende Sportart. Zweitens mehren sich die Hinweise darauf, dass es an der Zeit ist, sich vom Fußball abzuwenden. Zum Offensichtlichen kommt, dass die Spiele ohne Unterlass nicht so enden wie geplant und im FR-Redaktionstippspiel auch brav hinterlegt.

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