Rosé mit Alkohol aus dem Glas, das geht jetzt auch anders - allerdings mit dem Risiko der Kriegserklärung durch Frankreich.
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Rosé mit Alkohol aus dem Glas, das geht jetzt auch anders - allerdings mit dem Risiko der Kriegserklärung durch Frankreich.

Times mager

Rosé to go

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Es vergeht kein Tag ohne neue Erfindungen. Topseriöse, extranützliche Erfindungen!

Ein Ausblick auf die wunderbare Welt der Erfindungen kürzlich an dieser Stelle konnte bei weitem nicht ausschöpfen, was sich große, originelle Köpfe – man möchte meinen: Tag für Tag – einfallen lassen. Roboterchen, die eine frische Rolle Klopapier apportieren, eine Monsterzahnbürste, die allerdings Zeit spart (aber wenn sie dann da liegt, die Zeit, auf dem Konto, was dann?), ein Staubsauger, der einem ein Frühstücksei macht (okay, der ist jetzt erfunden, also in Wirklichkeit noch nicht erfunden) … da geht noch was.

Da geht zum Beispiel ein Frühstücksspeckpflaster. Ausgedacht hat es sich ein Professor aus Oxford. Es ist, wie von einem Engländer (bye-bye & ach!) nicht anders zu erwarten, topseriös. In Entsprechung zum Nikotinpflaster soll es die Lust auf ungesunden und noch dazu umweltvernichtenden Speck verringern. Wenn also bald morgens im öffentlichen Verkehrsmittel Ihrer Wahl Personen auffällig riechen, könnte es sich um Specksüchtige handeln, die immerhin bereit sind, etwas gegen ihre Sucht zu tun.

Apropos Sucht: Neu auf dem Markt, jedenfalls auf dem US-amerikanischen, ist ein „Rosé Wine Drink Enhancer“, ein Weingeschmackerzeuger ohne Alkohol. „Nur ein paar Tropfen Wasser und Sie können den ganzen Tagen roséen mit null Alkohol“, so die Werbung, die sich im Englischen leichter tut („to rosé“). Dazu präsentiert eine Hand ein Plastikdings, das aussieht wie ein in der Hitze in die Breite gegangener Joghurtbecher mit pappsüßem Sägespänefrüchte-Inhalt: Das ist die Variante Rosé to go. Eigentlich ein Wunder, dass die Franzosen den Amerikanern noch nicht den Krieg erklärt haben.

Neulich trumpfte sogar die so oft gescholtene DB mit einer Neuerung auf und schloss damit auch eine, nun ja, Informationslücke: „Bitte beachten sie die umgekehrte Wagenreihung“ lief als Schriftband hinter den S-Bahn-Ankündigungen. Zur Enttäuschung der meisten Wartenden sah die Bahn wie immer aus, fuhr auch nicht rückwärts und hatte trotzdem die übliche sechsminütige Verspätung.

Aber: Dies ist ein Moment, der sich regelrecht anbietet zum Atmen (falls, zum Beispiel, Ihr Zahnputzzeit-Sparkonto gerade mal leer ist). Und sagen Sie jetzt nicht: Wenn ich nicht mehr atmen würde, das wüsste ich ja wohl. Öffnen Sie die „Atmen“-App Ihrer Smartwatch (Sagen Sie auch nicht: Ich besitze keine Atmen-App. Sind Sie von vorvorgestern?). Tippen Sie auf „Atemerinnerungen“, „alle Filter einblenden“, „Herzfrequenz ändern“. Ändern Sie, hoho, nach Herzenslust, aber denken Sie daran: erst einstellen, dann atmen.

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