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Eine Uni in Prag lies eine künstliche Intelligenz erstmals ein Theaterstück schreiben.
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Eine Uni in Prag lies eine künstliche Intelligenz erstmals ein Theaterstück schreiben.

Times mager

Roboters Witz

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Als eine Künstliche Intelligenz kürzlich ein Theaterstück schrieb, verging den menschlichen Unterstützern doch am Ende das Lachen.

Den schreibenden Menschen macht die schreibende künstliche Intelligenz naturgemäß nervös. Soll sie doch Rechenaufgaben lösen oder Schach spielen oder so. Verständlich aber auch, dass die Problematik nicht sofort ins Auge fällt. Journalistinnen und Journalisten zum Beispiel stellen sich zunächst vor, wie sie den lieben langen Tag in der Hängematte liegen und Micky-Maus-Hefte lesen und „Sturm der Liebe“ gucken, während die künstliche Intelligenz fleißig recherchiert, telefoniert, Interviews abtippt, ihre Haltung zum SPD-Wahlprogramm mit anderen künstlichen Intelligenzen diskutiert und dann die von ihr sorgfältig gelayoutete und bebilderte Zeitung vollschreibt. Ab die Post in die Druckerei. Allerdings sind Journalistinnen und Journalisten auch nicht blöd, merken nach ein paar Tagen, wohin der Hase läuft und knipsen die künstlichen Intelligenzen wieder aus. Lassen die sich das bieten? Ja, klar. Eine entsprechende Szene kann man in dem neuen Kinderbuch „Hey, hey, hey, Taxi!“ von Saša Stanišic nachlesen. Künstliche Intelligenzen sind nicht die hellsten.

Dies zeigte sich nun auch bei einem Schreibtest anderer Art. Ein an der Karlsuniversität in Prag geplantes Experiment – tschechisch: Heimat des von Karel Capek erstmals so genannten Roboters! – ließ eine künstliche Intelligenz ein Theaterstück schreiben, anschließend wurde es von Menschen inszeniert und aufgeführt. Bei der Übertragung via Stream soll es ziemlich geruckelt haben, das ist schon ironisch, andererseits müssten sich künstliche Intelligenzen nicht vor den Bildschirmen verkriechen, also werden sie sich an der Stelle kein Bein ausreißen. Wenn man so sagen kann. Unter dem prosaischen Titel „AI: Wenn ein Roboter ein Theaterstück schreibt“ dreht sich die Handlung um einen Roboter, der in die Welt zieht und die Gesellschaft kennenlernt. Und den Sex. Sehr viele Dialoge des Stücks, liest man, sollen sich um Sex drehen. Letztlich, erklärt das Team, greife die künstliche Intelligenz eben die Themen auf, die sie im Internet vorfinde, ohne Filter und ohne Scham. Die künstliche Intelligenz beziehungsweise das Team, das ihr zur Seite stand, müssen sich insgesamt ziemlich schwergetan haben. Es wurden dann immer kurze Sequenzen bestellt, nie mehr als zwei Dialogpartner. Die künstliche Intelligenz habe (sehr sympathisch) Probleme gehabt, sich zu merken, wer noch gleich der Roboter war, wer der Mensch.

Dann aber diese Hammerszene, beschrieben auf sciencemag.org. Ein Kind im Stück will, dass der Roboter ihm einen Witz erzählt. Der Roboter sagt: Wenn der Junge alt und tot sei und seine Kinder und seine Enkelkinder ebenfalls, dann sei er, der Roboter, immer noch da.

Jetzt schnell den Stecker raus.

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