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Wir können unser Vinyl behalten, wir brauchen weder MP3 noch teure neue Plattenspieler.
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Wir können unser Vinyl behalten, wir brauchen weder MP3 noch teure neue Plattenspieler.

Times mager

Rillen

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Der Mensch hat einen Hang zu Alternativen, aber sind sie wirklich besser?

Liebe Musikfreunde, was sollen wir denn bloß machen? Überall nur noch Schlager, Humbatäterä, 14-Jährige, die die Songs unserer Idole nachäffen und sich dabei selbst mit ihrem Smartphone oder ihrem Hund begleiten. Unsere Idole ziehen sich vor Graus schon einer nach dem anderen in den Gemüsegarten zurück, unter die Radieschen.

Zu allem Überfluss gehen unsere Plattenspieler kaputt, es wurde hier schon thematisiert. Milliarden Langspielplatten auf europäischen Dachböden, dass sich die Dielen biegen – und Plattenspieler, die die 33,333333333333 Umdrehungen pro Minute nicht mehr halten können. Wie in solchen Fällen üblich, weichen die Menschen auf Alternativen aus, wenn ihnen etwas wegbricht, an das sie geglaubt haben: Butter –> Margarine, Mond –> Mars, Urmel –> Käpt’n Blaubär, Schallplatte –> MP3.

Aber sind die Alternativen wirklich besser? Eine internationale Forschungsgemeinschaft hat herausgefunden, dass MP3 die Musik nicht nur kom- sondern auch deprimiert. MP3 ist diese Technologie, die Ihre gesamte Plattensammlung auf den Raumbedarf einer einzigen Tonbandkassette zusammenschnorzeln lässt. Sie können sie in die Tasche stecken, mitnehmen, ins Ohr stöpseln, sogar während Sie mit ihren Freunden über Mädchen reden (nur für sehr Coole), beim Joggen hören, im Supermarkt, am Strand, auf dem Mars.

Aber: Ein Song, der auf diese Weise geschrumpft wurde, verändere auch seinen Charakter, habe die Audio Engineering Library herausgefunden, meldet der britische „New Musical Express“. So ein Song, resümieren die Forscher, wirke am Ende „mysteriös, schüchtern, unheimlich und traurig“. Dagegen verschwänden Attribute wie „glücklich, romantisch oder entspannt“. Stellen Sie sich das mal für einen Song wie „Happy“ vor. Ganz zu schweigen von „Es steht ein Pferd auf dem Flur“ oder „Jetzt geht die Party richtig los“ oder „Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse“.

Lieder, die zuvor im Original als „wütend“ charakterisiert wurden, waren dieser Veränderung nicht unterworfen. Immerhin.

Was also sollen wir tun? Hier: Die Lösung ist längst auf der Welt. Wir können unser Vinyl behalten, wir brauchen weder MP3 noch teure neue Plattenspieler – geniale Erfinder haben den Rokblok geschaffen, ein kleines Holzkästchen, das man auf die LP legt, und wusch: kurvt es selbstständig um die Rillen herum. Auch als Mini-VW-Bus erhältlich.

Klingt zwar, um ehrlich zu sein auch nicht besser als eine MP3, aber traurig macht das Dingelchen garantiert nicht. Im Gegenteil, du lachst dich kaputt.

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