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Times Mager

Richtigmacher

Die schönen Jubel-Choreographien am Kap der Guten Hoffnung können nicht darüber hinwegtäuschen, dass fast alles schief läuft. An den Finanzmärkten, in den Volkswirtschaften, in der Politik. Von Harry Nutt

: fallende Kurse, demissionierende Amtsinhaber, wohin man blickt. Die einen können, die anderen wollen nicht mehr. Und die Weitermacher lösen allenfalls stilles Mitleid aus. Oder gibt es irgendwen, der den einsamen Bahnen, die einer wie Michael Schumacher zieht, noch eine besondere Tragik beimäße? Aus dem Zustand nicht enden wollender Heldenverehrung hat er sich zu einem entwickelt, der auch noch da ist.

Im weiten Feld der Willensschwachen und Zurücktretenden wächst unterdessen das Bedürfnis nach eleganten Reglern und begnadeten Richtigmachern. Es gibt ihn noch, den guten Menschen. Einer war am vergangenen Wochenende in Berlin, und man war geneigt, ihm beinahe alles zu Füßen zu legen. Ein sanftes Lächeln umspielt seinen Mund, sein Dreitagebart macht ihn nicht älter, lässt ihn aber auch nicht verwegen erscheinen. Trotz seiner fast 50 Lebensjahre wirkt er, der begehrteste Richtigmacher der Stunde, jungenhaft scheu. Am Freitag eröffnete Nicolas Berggruen das Künstlerhaus Bethanien in den neuen Räumen einer ehemaligen Lichtfabrik in Berlin-Kreuzberg. Einen Tag später war vom Erweiterungsbau des Museums seines Vaters Heinz Berggruen die Rede.

Wo Nicolas Berggruen sich dieser Tage sehen lässt, huldigt man ihm als Lichtgestalt. Ausgestattet mit dem kulturellen Kapital eines bedeutenden Picasso-Sammlers und dem strahlenden Ansehen seines Vaters ist Nicolas Berggruen nun ausgezogen, den siechenden Karstadt-Kaufhäusern samt dem legendären KaDeWe ein neues, lebensfähiges Gesicht zu geben.

Ein flüchtiger Blick auf sein berufliches Treiben hätte ihn eben noch des verantwortungslosen Heuschreckentums bezichtigt. Jetzt ist der polyglotte und vermögende Großinvestor Berggruen ein Hoffnungsträger für angeschlagene Kulturinstitutionen und stürzende Symbole des Konsumkapitalismus. Wo alles schief läuft, gibt es immer auch Möglichkeiten, etwas richtig zu machen.

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