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Von: Thomas Stillbauer

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Es soll nichts mehr auf der Leine hängen, bevor das neue Jahr beginnt. Also machen wir reinen Tisch.
Es soll nichts mehr auf der Leine hängen, bevor das neue Jahr beginnt. Also machen wir reinen Tisch. © Imago

Über was sollten wir dieses Jahr noch schnell schreiben? Miederwaren? Klima? Das Wort Mahlzeit?

Weil es sich in Richtung Jahresausklang so gehört (und weil der Vollmond durchs Dachfenster beim Schreiben zuschaut, hello Vollmond, alter Freund, ich kam, um wieder mit dir zu plaudern): Wir sollten hier schon mal gemeinsam ein paar Stichpunkte aus der kilometerlangen Liste möglicher Schreibthemen abhaken. Reinen Tisch machen, ehe Zwanzigzweiundzwanzig kommt. Da soll nichts mehr auf der Leine hängen. Sagt man.

Sagt man nicht? Doch, sagt man. Man sagt auch, auf die Stichwörter „Wäsche“ und „Silvester“ angesprochen: in der Nacht zu Neujahr nur rote Miederwaren. Weil sie Liebesglück versprechen, verspricht gofeminin.de, ach was, Glück – Magie! „Damit die Liebesmagie freigesetzt werden kann, müssen die Dessous außerdem ein Geschenk gewesen sein und sollten in der Silvesternacht zum ersten und einzigen Mal getragen werden.“

Das klingt allerdings etwas abgetragen und dürfte noch aus der Zeit stammen, als Nachhaltigkeit etwas für nachfolgende Generationen war. Wenden wir uns lieber wieder der Themenliste zu. Da steht als Allererstes: „Selbstironie wirkt sexy“. Hatten wir das nicht schon? Mir war so ... irgendwann vergesse ich noch mal, den Computer vor dem Schreiben einzuschalten, zwinkizwinki.

Zweiter Punkt auf der Themenliste: „Wir wollten mal fragen, ob wir jeden Abend in der Tagesschau fünf Minuten lang die Welt erklären dürfen, weil die meisten Leute es nämlich nicht verstehen.“ Der Eintrag ist, ebenso wie die Sache mit der Selbstironie, etwa 13 Jahre alt. Er kam also lang vor Covid-19 und vor dem inzwischen weit verbreiteten Wunsch nach einer Sendung „Klima vor acht“ anstelle von „Börse vor acht“, der alle Unterstützung verdient. „Klima vor acht“ wäre schon mal eine gute Sache. Ansonsten machen wir gern die fünf Minuten. Anruf genügt.

Punkt drei auf der Stichwortliste: „Witze über ,Mahlzeit!‘ ausgestorben? ,Mahlzeit!‘ selbst ausgestorben? ,Mahlzeit!‘ so alt, dass man nicht mehr drüber scherzt?“ Einige Jahre lang raunte man sich mittags beim Gang in die Kantine, zum Bäcker oder zum „Worscht Körbsche“ mit hochgezogener Augenbraue zu: „Mahlzeit!“ Also spürbar (selbst)ironisch. Das schien dann als Ritual in Vergessenheit geraten zu sein (vor ungefähr 13 Jahren). Inzwischen gehört „Mahlzeit!“ aber wieder fest zur Bürogesellschaft, wenn sie mal im Bürobüro ist und nicht im Zuhausebüro, also kann das Thema auch von der Liste runter.

Nächstes Thema: „Wie Eier zubereiten?“ Hatten wir das nicht auch schon? Das klären wir 2022. Freuen Sie sich dann auch auf „Abends gern mal Betrunkene mit Sombrero auf dieser Bahnlinie“. Mahlzeit.

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