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Römisches Bad in Hamam Koy in der Türkei: "Auch die alten Römer die alten Römer hätten sich „seeeehr gern“ gewaschen."
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Römisches Bad in Hamam Koy in der Türkei: "Auch die alten Römer die alten Römer hätten sich „seeeehr gern“ gewaschen."

Times mager

Reisen

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Ein kleines Mädchen, das sich die alten Römer vorstellen soll. Ein Mann, der Ein-Dollar-Scheine stapelweise braucht. Was das Reisen so mit sich bringt.

Ein kleines Mädchen, das sich die alten Römer vorstellen soll. Ein Mann, der Ein-Dollar-Scheine stapelweise braucht. Was das Reisen so mit sich bringt.

Am Flughafen von F. war man, zufällig mithörend, fasziniert vom Wunsch des älteren Mannes, der 80 Euro in US-Dollar gewechselt haben wollte, aber bitte „so klein wie möglich“, gern auch in lauter Ein-Dollar-Scheinen. Er bekam einen dicken Packen Papier hingezählt, Einer und Fünfer, lächelte, faltete und stopfte ihn mit Mühe in die Hosentasche.

Leider hatte man den Ein-Dollar-Mann längst aus den Augen verloren, als die Aufforderung erging, vor dem Körperscannen alle Hosentaschen auszuleeren. Auch kreischte dort in der Schlange ein kleines Mädchen wie am Spieß, weil seine Mutter ihm die klebrigen Hände mit einem sogenannten Feuchttuch abwischen wollte.

Als man das kleine Mädchen wiedersah – die Erwachsenen nickten sich schon zu wie alte Bekannte –, versuchte der Vater vor dem „Roman Bath“ gerade zu erklären, was es mit einem „römischen Bad“ auf sich habe. Auch die alten Römer, sagte er – und man fragte sich, was für eine Vorstellung das kleine Mädchen von alten Römern haben mochte –, auch die alten Römer hätten sich „seeeehr gern“ gewaschen, und dafür hätten sie eben ein Badehaus gehabt. Das Kind guckte skeptisch.

Noch ein drittes Mal sah man die Familie, da kämpfte das Mädchen in einer weiteren Einlass-Schlange, der vor der Kathedrale, mit einer Eistüte. Klebrige Finger waren leider zu befürchten.

Es waren doch nur 130 ml

Das verblüffendste Erlebnis aber hatte sich die Reise nach B. für die Sicherheitskontrolle am Flughafen von B. aufgehoben. Es waren nämlich – im Rahmen der Vorschriften! – von der Reisenden gepackt worden: ein Deo, 50 ml, erzeugt nach Reinheitsgebot, ein Duschgel, 50 ml, mit klinisch geprüfter Hautverträglichkeit, eine Zahnpasta, 20 ml, Schutz bietend vor „Schmerzempfindlichkeit, Karies, Zahnfleischproblemen“, eine „Turbo Boost Mascara“, augenärztlich getestet, 10 ml.

Der Flughafenangestellte am Airport von B. (Werbespruch: „Hier beginnen die erstaunlichsten Reisen“) war von ausgesuchter Höflichkeit: Ist es in Ordnung, Madam, fragte er, wenn ich diese Sachen in einen anderen Beutel tue? (Man hatte schon den Mund zum Protest geöffnet, um hinzuweisen auf summa summarum nur 130 ml. Man schloss ihn wieder.) Behutsam nahm der Mann Deo, Duschgel, Zahnpasta, Mascara und transferierte sie – ein Ding nach dem anderen – von dem durchsichtigen Plastikbeutelchen, das mit einem Gummiring verschlossen war, in ein durchsichtiges Plastikbeutelchen, das mit einem Ziploc zu verschließen war. Dann reichte er alles mit einer kleinen Verbeugung zurück.

Davon konnte man irgendwie immer noch zehren, als in F. die Bahn wieder einmal nicht fuhr.

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