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Lieber hören wie ein Luchs als riechen wie ein Iltis.
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Lieber hören wie ein Luchs als riechen wie ein Iltis.

Times mager

Regenrind

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Viele Irrtümer beruhen auf Hörensingen. Etwa in der schönen Liedzeile: „Ooo Schonselisee, ooo Schonselisee, Sonne scheint, Regenrind, ganz egal, wir beide sind so froh, wenn wir uns wiedersehn, o Schonselisee.“

Dass das Leben eine nicht enden wollende Abfolge von Missverständnissen sei, ist leider ein Missverständnis. Es will enden. Wir versuchen, es daran zu hindern. Anfangs erscheint das kinderleicht, später erweist sich auch dieser Eindruck als Missverständnis.

Im unterfränkischen Gemünden ging die Polizei jüngst dem von Zeugen geäußerten Verdacht nach, eine Frau habe ihren Mann geschlagen, dieser liege nun bewusstlos darnieder. Eine durchaus korrekte Beobachtung, wie Recherchen des „Main-Echos“ ergaben. Allerdings gehörte zur ganzen Wahrheit noch ein weiterer Mann, der sich mit dem Bewusstlosen einen Alkoholgehalt von insgesamt 7,5 Promille teilte. Die Frau, über deren Benebelungsgrad die Polizei nichts bekanntgab, habe den volleren der beiden Herren (4,5) beim Poker geschlagen, weitere Gewalt sei nicht im Spiel gewesen.

Zu den häufigsten Missverständnissen gehört der Glaube, man könnte die Alkoholgehalte mehrerer Personen einfach zusammenrechnen. Andere Irrtümer beruhen auf Hörensingen: etwa jener, dass es in Paris ein Gewässer namens Schonselisee und ein Tier namens Regenrind gäbe. Die Mutter des Verfassers sang dem Verfasser in dessen Kindheit gern vor: „Ooo Schonselisee, ooo Schonselisee, Sonne scheint, Regenrind, ganz egal, wir beide sind so froh, wenn wir uns wiedersehn, o Schonselisee.“

Kultur und Kulturbeutel

Einige Zeit danach häuften sich die Entlarvungen falsch eingetüteter Lebensweisheiten geradezu: So hatte der Kulturbeutel in letzter Instanz sehr wenig mit Kunst und Schöngeist zu tun, und auch die Einnahme einer Filmtablette versprach de facto kein cineastisches Ereignis, oder jedenfalls nur in den allerseltensten Fällen.

Vorgestern frappierte eine Nachrichtensprecherin im Radio mit der Neuigkeit, Zebras hätten nun die Regierungsbildung in Griechenland übernommen. Man kann sich ja mittlerweile vieles in Griechenland vorstellen, aber das war dann doch ein Ding.

Am Ende reduzierte sich die Sache darauf, dass die Namen griechischer Ministerpräsidenten weiterhin schwer auszusprechen und die Ohren der Radiohörer zudem Störungen unterworfen sind. Ein hochfrequent pfeifender Zwischenfall (links) führte schließlich in die Praxis eines Halsnasenohrenarztes, der einen Hörtest vornahm und attestierte: „Rechts hören Sie wie ein Luchs.“

Dabei ist der Luchs eigentlich eher für seine Augen berühmt, wie Recherchen der FR ergaben (307 000 Internettreffer für „sehen wie ein Luchs“, 127 000 für „hören wie ein Luchs“). Na egal. Lieber hören wie ein Luchs als riechen wie ein Iltis (13 900).

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