Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Recycling: Sie nehmen doch mit Ihrem Hund auch nicht jeden Tag einen anderen Spazierweg? (Symbolbild)
+
Recycling: Sie nehmen doch mit Ihrem Hund auch nicht jeden Tag einen anderen Spazierweg? (Symbolbild)

Times mager

Recycling

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

Ihr Kopf raucht? Sie sollten Energie sparen und weniger nachdenken!

Am Beginn des Jahres 2022 erscheint es kaum seltsam, den prächtigen Bildkalender des Jahres 2021 wiederzuverwenden. Und erneut beim Januar anzufangen (so viel Ordnung muss sein). Denn erstens fühlt sich 2022 in diesen ersten Tagen ziemlich genau wie 2021 und irgendwie gebraucht an, zweitens ist das Recyclen Gebot der Stunde, drittens noch dazu das Papier knapp, viertens lässt das alternde Gedächtnis nach und erinnert man sich im Abstand eines Jahres nur noch dunkel an die einzelnen Fotografien, fünftens hat man sowieso vergessen, beizeiten einen neuen Kalender zu bestellen, sechstens spielen so ein paar Landschaftsbilder unter all den Déjà-vus, die uns im Laufe eines nun schon ziemlich langen Lebens ereilen, auch schon keine Rolle mehr. Soll man den eigentlichen Kalender-Streifen, die nummerierten Tage und Wochen abschneiden, um den Schein des Neuen zu wahren? Nicht der Mühe wert.

Gern dehnen wir übrigens das Wiederverwenden an dieser Stelle (besonders an dieser Stelle!) auf Ideen aus, denn das spart Energie. Internet: „Beim Menschen macht das Gehirn nur etwa zwei Prozent des Körpergewichts aus, verbraucht aber 20 Prozent der Energie“. Wenn wir am Nachdenken nicht endlich sparen, wie sollen wir jemals die Klimaziele schaffen? Schon diese Zeile entspricht vermutlich im Energieverbrauch einem Kohlebrikett oder drei Scheit Holz. Von komplexeren Inhalten mit zwei oder drei Nebensätzen, von ganzen mühevoll ausgedachten Absätzen gar nicht zu reden. Sagt man nicht: mein Kopf raucht? Eben.

Vielleicht ließe sich also auch die eine oder andere Glosse aufbereiten? Nein? Bedenken Sie: Sie nehmen doch mit Ihrem Hund auch nicht jeden Tag einen anderen Spazierweg, stehen auch nicht jeden Morgen mit einem anderen Fuß in einer anderen Wohnung auf (schon gar nicht in einer Pandemie), schreiben nicht jedes Mal ganz andere Dinge auf die Einkaufsliste, wenn Sie vor allem Pizza mögen, räumen nicht bei jedem Saubermachen den Inhalt der Küchenschubladen um, sonst müssten Sie bloß zusätzliche Energie in das Finden der Suppenkelle oder Geflügelzange stecken.

Selbstverbesserung? Schnee von gestern, wenn nicht von vorgestern.

Das Times mager jedenfalls wird sich im Jahr 2022 nicht nur die Ideen selber klauen, wann immer es die Gelegenheit dazu sieht. Es wird den Schrittzähler in der unaufgeräumten Schublade verschwinden lassen und ihn sogleich vergessen, sich einen kleinen Vorrat der Lieblingsschokolade anlegen, den Rotwein aus dem Keller holen, dafür die Waage hinunterschaffen. Und endlich die letzten Folgen „Downton Abbey“ gucken.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare