Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Der Goetheturm, ist durch ein Feuer völlig zerstört worden.
+
Der Goetheturm, ist durch ein Feuer völlig zerstört worden.

Times Mager

Rauch überm Goetheturm

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
    schließen

Nur einen Tag später, und der Brand des Goetheturms hätte noch mehr Sirenen ausgelöst.

Es war Freitag. Freitag, der 13. Bundesweiter Rauchwarnmeldertag. Der bundesweite Rauchwarnmeldertag findet immer an einem Freitag, dem 13. statt, und zwar unter dem Motto „Freitag, der 13. könnte Ihr Glückstag sein“.

In der familiären Runde wurde es in diesem Zusammenhang begrüßt, dass die teuflischen Kräfte, die den Frankfurter Goetheturm abgefackelt haben, wenigstens nicht bis zum bundesweiten Rauchwarnmeldertag gewartet hatten.

Insgesamt stieß die Rauchentwicklung allerdings auf größtes Missfallen, da ein großer Teil der familiären Runde einen großen Teil seiner Jugend im Spielpark am Fuße des Goetheturms vollbracht und diesen (den Turm) sogar mehrfach bestiegen hatte, wenn nicht sogar häufig.

Wie immer in solchen Situationen kam die familiäre Runde vom Hundertsten ins Tausendste. So behauptete jemand, ein jugendlicher Verwandter habe ein anderes Familienmitglied einst nackt an einen Baum gebunden, um die Herausgabe eines ledernen Fußballs oder auch eines anderen Wertgegenstandes zu erpressen, das sei nicht mehr ganz klar. Ob das Opfer nackt gewesen sei oder die Täter, sei ebenfalls nicht mehr zu rekonstruieren, was allerdings nichts zur Sache tue, da dieselbe ohnehin erfunden sei.

Die Familie, erinnerte sich ein anderer, habe sich ohnehin eher bedeckt gehalten, da Sitte und Anstand immer eine hohe Priorität genossen hätten. So wie bei der Bundeskanzlerin, ergänzte wieder ein anderer, von der er gerade gelesen habe: „Merkel hält sich bei Familiennachzug für Flüchtlinge bedeckt“, was gerade in Angelegenheiten der Familie nur zu begrüßen sei.

So oder so, auch hier herrschte Einmütigkeit, benötige der Goetheturm einen Neuanfang, wenn auch vielleicht nicht gleich morgen. Da halte man es einerseits mit der SPD, die sich „beim Neuanfang nicht jagen“ lassen wolle, wie Sigmar Gabriel soeben betont habe, der es zudem mit vollem Recht ablehne, „gleich wieder zu wissen, wie es morgen geht“, höchstens vom bundesweiten Rauchwarnmeldertag mal abgesehen, denn der liege Monate im Voraus fest.

Andererseits, ergänzte nun wieder der Merkel-Kenner in der Runde, könne man es auch hier wieder mit der Kanzlerin halten, die gerade alle denkbaren Zukunftsfragen in wünschenswerter Klarheit beantwortet habe: „Wir wissen, dass ungewohnte Konstellationen natürlich die Chance haben können, bisher unlösbare Dinge ein Stück weit einer Lösung zuzuführen.“

Nun ging die Runde mit dem unerschütterlichen Optimismus auseinander, womöglich bereits den nächsten Rauchwarnmeldertag ein Stück weit im Schatten des wiedererstandenen Goetheturms begehen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare