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Hieß mal Raider. Aber wer erinnert sich noch daran?

Times mager

Raider

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Noch mal kurz zur Zeitumstellung, obwohl es interessantere Themen gibt. Zum Beispiel den Kaffee im Tatort aus Berlin.

Noch zwei ungedeihliche Gespräche über die Zeitumstellung geführt. Sofern man es als Gespräch bezeichnen kann, wenn alle Beteiligten immer wieder dasselbe sagen. Man sollte das Thema nicht anschneiden, andererseits ist es so verdammt interessant. Also hört man sich schon wieder ernsthaft an, dass die Sommerzeit doch angenehmer sei. Ja, im Sommer ist die Sommerzeit wirklich angenehmer. Oder staunt erneut darüber, dass selbst Akademiker mit mehrjähriger Berufserfahrung heute zu jung sind, um zu wissen, dass es durchaus eine normale Zeit gibt. Und dass es sich dabei durchaus nicht um die Sommerzeit handelt. Es ist unangenehm, ein Besserwisser zu sein, erst recht, wenn man lange prüfen muss, wohin man die Uhr stellt, sodann übernächtigt einschläft, um 4 (3? 5?) Uhr entsetzt aufwacht, weil man merkt, dass man es in der Zeitung falsch geschrieben hat, und schließlich zwei Stunden zu früh aufsteht. Na ja.

Sich daran zu erinnern, wie die Sommerzeit eingeführt wurde, ist in etwa gleichbedeutend damit, noch zu wissen, dass ein Twix ein Raider ist. Twix ist ebenfalls ein schöner Name, ein besserer Name sogar (und pfiffiger, was die Anspielung auf das Zweigartige der Riegel-Form betrifft), gleichwohl handelt es sich eben um ein umbenanntes Raider.

Sich daran zu erinnern, wie Raider anders genannt werden sollte, ist in etwa gleichbedeutend damit, noch zu wissen, dass das Sandmännchen früher mit einer anderen Melodie heranflog.

Heute erklingt zu seinen Auftritten die Ostsandmännchenmelodie. Die Ostsandmännchenmelodie ist bezaubernd melancholisch, wohingegen die Westsandmännchenmelodie in ihrem überaus aufgeweckten Verlauf einen fatalen Wachmacher darstellt. Beides sind furchtbare Ohrwürmer, am besten denken Sie nicht weiter darüber nach, auch wenn das schwierig ist. Beide Melodien lohnen sich nämlich, beide will man doch nicht vergessen, noch weniger gerne als das Wort Raider als echten Namen für ein Twix. Oder das 18. Sonett von Shakespeare, um an dieser Stelle das Niveau ein wenig zu heben.

Kurz zu heben, denn der Tatort am Sonntagabend hat ein weiteres Thema aufgebracht. Was mag das für wohlschmeckender Kaffee sein, der dem Herrn Kommissar von dem einsamen Kudamm-
Bewohner angeboten wird? So schmackhaft, dass der Kommissar es sichtlich überrascht erwähnt? Liegt es eventuell an der händischen Filterung, die man dem älteren Herren ohne weiteres zutraut und auf die sehr kluge Hausfrauen noch lange nach Erfindung der Kaffeemaschine schworen? Oder ist der Kommissar überhaupt bloß höflich? Insofern zeigt sich doch, dass es wirklich auch interessante Fragen gibt.

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