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Times Mager

Radau

  • VonChristian Schlüter
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Den politischen Preis in die Höhe treiben: Das tut Cohn-Bendit, wenn er will, dass Kardinal Lehmann und Steinacker sich bei Kermani entschuldigen. Und Steinbach ist auch nicht besser. Von Christian Schlüter

Irgendwie haben wir das überhaupt nicht vermisst, aber gut, muss wohl irgendwie unvermeidlich sein. Also, der Reihe nach: Daniel Cohn-Bendit, Europa-Parlamentarier und ehemals Dezernent für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt, hat jetzt und also rechtzeitig vor der Verleihung des Hessischen Kulturpreises am 26. November gefordert, die beiden christlichen Preisträger Kardinal Karl Lehmann sowie Peter Steinacker mögen sich beim muslimischen Preisträger Navid Kermani entschuldigen. Beide Vertreter der christlichen Kirchen hatten es nämlich zunächst abgelehnt, mit dem Publizisten und Islamwissenschaftler gemeinsam ausgezeichnet zu werden, Anlass waren Kermanis angeblich blasphemische Äußerungen zum Kreuzestod.

Vollkommen zu Recht haben der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sowie der ehemalige Kirchenpräsident der evangelischen Kirche in Hessen/Nassau, haben Lehmann und Steinacker dafür öffentlich Prügel bezogen. Was aber verspricht sich jetzt Cohn-Bendit von seiner Forderung? Ganz einfach, es soll der politische Preis für den Preis hochgetrieben werden (Roland Koch ärgern und so) mit ansonsten absolut folgenlosem Radau. Denn bekannt ist, dass alle drei Preisträger sich längst zu einem Gespräch getroffen und bis zur Preisverleihung Stillschweigen vereinbart haben.

Preistreiberei: Ein ähnlich blödes Spiel treibt zur Zeit die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach. Als verfolgte Unschuld vom Lande sieht die Politikerin unsere Demokratie in Gefahr, weil die Bundesregierung sie, die doch von ihrem Verein nominiert wurde, partout nicht im Beirat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" haben will. Und obwohl Steinbach weiß, dass sie niemals in den Beirat kommen wird, krakeelt sie munter weiter und treibt damit den Preis in die Höhe (mehr Geld und Einfluss oder so).

So läuft das politische Geschäft. Manchmal aber wünschte man, dass wir es hier mit einer Politikergeneration und nicht mit einem Politikstil zu tun hätten: Dann nämlich bestünde Hoffnung, diese Generation mit ihrem Krawallbegriff von Politik würde alsbald abtreten.

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