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Praline oder Praliné? Einen Unterschied in der Bedeutung gibt es wohl nicht.
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Praline oder Praliné? Einen Unterschied in der Bedeutung gibt es wohl nicht.

Times mager

Praliné

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Von Pralinen zwischen Marzipan und Pralinés. Und einer Schlagercombo, die mit P. zu tun hat.

Auch eine entzückende Schwiegermutter wirft Fragen auf. Beziehungsweise nicht unbedingt die Schwiegermutter selbst, sondern ihr entzückendes Handeln, das gelegentlich im Verschenken erstklassiger Konditoren- und Konditorinnenware besteht.

Der Kollege S. erinnerte sich im Gespräch über dieses Phänomen seiner eigenen Mutter, die von ihrem Mann, seinem Vater, zu jedem ihrer Geburtstage eine große Packung Pralinen erhielt, um allerdings anschließend entzückt und mit elegant vorgetragener Überraschung zu verkünden, sie habe ganz wunderbare „Pralinés“ erhalten (sprich, wir sind in Frankfurt: Prállinees).

An dieser Stelle soll nicht wieder Kritik geübt, sondern angemerkt werden, dass es sich bei „Praliné, das“ um ein legales Synonym für „Praline, die“ handelt, auch wenn die deutsche Kakaoverordnung in Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie lediglich die Praline kennt („Erzeugnis in mundgerechter Größe, (…) sofern der Schokoladenanteil mindestens 25 Prozent des Gesamtgewichts des Erzeugnisses entspricht“).

Kollege S. äußerte die Vermutung, dass die Verwendung des Begriffs „Praliné“, zumindest in der französisch hinten betonten Variante, denselben Zweck habe wie eine Marotte seiner Großmutter: Sie habe zwar in familiärer Runde „Gibst Du mir mal die Butter“ gesagt, in größerer Gesellschaft aber „Reichst Du mir mal den (!) Butter herüber?“ Offenbar sei das mit dem Gefühl verbunden gewesen, unter den Augen der gepflegten Verwandtschaft einen gehobeneren Ton zu pflegen, vielleicht allerdings auch nicht.

Ob „Praliné“ nicht doch auch für eine bestimmte Sorte Pralinen stehe, habe er nicht eindeutig ermitteln können, fügte Kollege S. hinzu. Wikipedia merke dazu an: Der Erfinder der Praline, ein namentlich nicht genannter Koch, „benannte sein Konfekt aus Mandeln und Zucker nach seinem Herrn“, und dieser Herr sei nun mal César de Choiseul, Comte de Plessis-Praslin (1598-1675) gewesen. Andererseits teile das Internet an anderer Stelle unter Verweise auf „Gianduia, eine kunstvolle Mischung aus gerösteten Trockenfrüchten und weißem Zucker“, mit: „Diese Praline befindet sich auf halbem Weg zwischen dem Marzipan (wegen des weißen Zuckers) und dem Pralinee (wegen der Trockenfrüchte).“ Wo genau allerdings der ganze Weg von der Praline zum Pralinee ende, sei auf die Schnelle nicht zu ermitteln gewesen.

Ihm Falle dazu nur die Schlagercombo „Roy Hammer und die Pralinées“ ein, betonte S., die sich im ganzen Rhein-Main-Gebiet wegen ihrer „Auf-den-Bänken-steh-Mit-sing-Kult-Party“ einen Namen gemacht habe und denselben wohl wegen ihres Slogans trage: „Schlager mitten ins Gesicht“. Guten Appetit.

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