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Kai Pflaume moderiert die ARD-Show „Wer weiß denn sowas?“.
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Kai Pflaume moderiert die ARD-Show „Wer weiß denn sowas?“.

Times mager

Pflaume

  • Stephan Hebel
    vonStephan Hebel
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Einfach nur Fragen und Antworten - und ein paar Kalauer: Ein Lob auf „Wer weiß denn sowas?“

Wir müssen kurz über Kai Pflaume reden. Kai Pflaume verfügt über einen bewundernswerten Mut zum schlechten Kalauer. Wenn es zum Beispiel um Ägypten geht, sagt Kai Pflaume, er hätte gern mit zweitem Vornamen Robert geheißen, weil er sich dann Kai-Ro hätte nennen können. Anschließend lacht er, nicht selten als Einziger im Studio, und zieht dabei die Luft ein, was sehr lustig klingt. Andererseits ist er super.

Kai Pflaume moderiert die ARD-Quizsendung „Wer weiß denn sowas?“, bei der die „Teamkapitäne“ Bernhard Hoëcker und Elton, zwei sympathische Mittelprominente, gemeinsam mit je einem mehr oder weniger berühmten Gast um eine Geldsumme spielen, die dann unter dem Publikum auf der Siegerseite aufgeteilt wird. Im Moment gibt es kein physisch anwesendes Publikum, aber auf den Tribünen hinter den Rateteams sitzen Pappfiguren und die Regie spielt Applaus ein. Es liegt auf der Hand, dass so etwas ein unverzeihlicher Blödsinn ist, aber nicht bei Kai Pflaume.

Die Sendung läuft täglich um 18 Uhr, und manchmal, am Samstagabend, sendet die ARD „Wer weiß denn sowas XXL“: drei Stunden ohne Schlagersingerei und berühmte Bands, einfach nur Fragen, Antworten, Kalauer, und zwischendurch kommt ein Tierchen, über dessen Beschaffenheit irgendetwas geraten werden muss, oder es wird ein kleines Experiment aus der Physik vorgeführt. Herrlich! Nichts mit Showtreppe, Stars und Riesenbühne wie einst bei „Wetten, dass“: Die Ent-Gottschalkisierung des Showgeschäfts kommt zur Vollendung.

So läuft das seit Jahren, und auch wenn Sie Quizshows mit Recht, aber ohne Humor als unwissenschaftliche Bildungsvorspiegelung verabscheuen, schauen Sie mal hinein. Sie werden spüren, dass die Nummer wirkt, als wäre sie extra für Sie im Lockdown erfunden worden.

Das Minimaldesign mit einem Stehpult für Pflaume und zwei Zweiertischen für die Rateteams, an denen die gewonnene Geldsumme aufscheint, als wäre Robert Lembke noch am Leben: Schöner lässt sich der Rückzug ins Wohnzimmer, der erzwungene Verzicht auf Weltbezug und Feierlichkeit nicht spiegeln.

Wer glaubt, das würde den Frust über die Verkleinerung des sozialen Bezugsrahmens nur verdoppeln, hat sich getäuscht: Dieses Setting hat etwas unheimlich Beruhigendes. Im Fernsehen geht es so gedämpft zu wie im Leben, und die Spannung beim Raten ist so fein dosiert, dass sie vor allem entspannend wirkt.

Wenn Bernhard Hoëcker bei der Physik-Frage laut über „Oberflächenspannung“ nachdenkt, dann wirkt das, als spräche er über das Motto der ganzen Sendung. Und Sie können es glauben: Das ist ein Kompliment.

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