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Die Nasa Perseverance soll auf dem Mars landen.
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Die Nasa Perseverance soll auf dem Mars landen.

Times mager

Perseverance auf dem Mars: Agentin P.

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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„Dead or alive“? Wie ist die tapfere Perseverance auf dem Mars angekommen? Und wie hat sie sich auf dem langen Flug die Zeit vertrieben?

Im Jahr 1797 lief die Perseverance mit einem feschen Rumpf aus Kiefernholz in Virginia vom Stapel, wurde 1799 an die Briten verkauft, im März 1821 trotz Kanonen und „carronades“ an Bord auf ihrer ersten und gleichzeitig also letzten Walfang-Fahrt von Piraten gekapert, worauf in den damaligen Medien gemeldet wurde: „Schicksal: Verbrannt“. (Wenigstens die Wale dürften froh gewesen sein.) Der französische Freibeuter, der die Perseverance 1821 in seine Gewalt brachte, trug übrigens den Namen Mars.

Ist das ein schlechtes Omen? Für eine andere Perseverance (Ausdauer) nämlich, die gestern Abend nach Redaktionsschluss auf dem roten Planeten landen sollte, nach sieben Monaten Flug und sieben Minuten „hochgefährlicher“ Endphase, wie es hieß. Ein Nasa-Sprecher kündigte die Landung im Jezero-Krater an wie einen Weltraumthriller mit der berühmten „Mission Mars Possible“-Darstellerin P.: Erst nach einer Weile wisse man, ob das Hitzeschild rechtzeitig vorgeschoben, dann der rasende Fall gebremst worden sei, auch die Beine ausgefahren, auf dass die furchtlose Agentin, äh, Roboterin keinen Bauchplatscher macht. Ob P. mithin „dead or alive“, tot oder lebendig angekommen sei.

Wenn lebendig, dann sei sie freilich fortan auf sich gestellt, „we can’t help her“, sagte der Sprecher, tatsächlich immer die weibliche Form verwendend. Wenn tot, dann haben die Erdlinge viele Millionen Dollar wortwörtlich in den Staub plumpsen lassen. Dies obwohl „Jezero“, Fun Fact, auf Tschechisch „See“ heißt. Das mit dem Badesee, einst beliebtes Ausflugsziel der Mars- und Venusmenschen, ist aber offenbar verdammt lang her.

Bei dieser schreibenden Erdlingin, nun seit einem knappen Jahr mehr oder weniger auf der Couch festgetackert, hat die scheinbar nebensächliche Angabe „sieben Monate“ Interesse geweckt. Sieben Monate Nichtstun & Langeweile!

Was für ein Unterhaltungsprogramm hat die Nasa Perseverance zur Verfügung gestellt? Hat sie Netflix und „Bridgerton“ gekauft oder, ganz Sparbrötchen, die im Sonderangebot erhältlichen DVD-Boxen von „Bonanza“ und „Bezaubernde Jeannie“ eingepackt? Welches Buch („Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“? Sämtliche „Harry-Potter“-Bände?), welche Platte (das Weiße Album? Beethovens Neunte, von Karajan dirigiert?) hat sich P. gewünscht?

Konnte sie „wir fahrn fahrn fahrn auf der Autobahn“ aufdrehen und tüchtig Gas geben, oder, gähn, nur aufpassen, ob da eine Herde Sternenkühe auf Milchstraßenalmabtrieb oder Weihnachtsmanns Schlitten kreuzt? Hätte man Agentin Ausdauer gelassen, wie sie möchte, hätte sie wohl ihre Kolleginnen Himmelsfrage und Hoffnung mit Vollgas überholt.

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