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Ein Reh! Mit dessen eingefrorenen Keule könnte man einen perfekten Mord begehen, oder nicht?
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Ein Reh! Mit dessen eingefrorenen Keule könnte man einen perfekten Mord begehen, oder nicht?

Times mager

Perfekt

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Vom perfekten Verbrechen zu träumen, ist nicht verboten. Ein süßer Traum, aber auch – komplex.

Das perfekte Verbrechen, ein verbotener, aber süßer Traum. Die betreffende Person wird mit einer tiefgefrorenen Rehkeule erschlagen, die Rehkeule anschließend zubereitet und verzehrt. Noch besser und außerdem anständiger: Die betreffende Person wird mit einem rehkeulenartig geformten Eisknüppel erschlagen, der dann in der Badewanne aufgetaut werden kann. Im Garten. Im Kurpark. Das Wasser stammt aus der Regenwassertonne und ist rehkeulenförmig tiefgeforen worden. Die Rehkeulenform ist voll kompostierbar oder kann in 50 Limonadenfläschchen weiterverarbeitet werden. Das Verfahren ist ausgesprochen aufwendig.

Das perfekte Verbrechen, man muss Zeit investieren und darf Mühen nicht scheuen. Ermutigend: Im Kriminalfilm sind es in den meisten Fällen die Mörder selbst, die nicht widerstehen können, der Polizei oder der einfühlsamen Psychotherapeutin einen Hinweis zu geben. Sie sind zu stolz auf ihre Taten, zu eitel, zu einsam mit ihrem Wahnsinnserfolg. Schauen Sie mal, sagen sie also zur Nachbarin, das Tauwasser dort, man erkennt gar nicht, was das einmal gewesen sein könnte. Die Nachbarin vergisst das gleich, aber es fällt ihr wieder ein, als die Polizei von Tür zu Tür geht.

Obwohl es im Kriminalfilm mehr Mörderinnen gibt als jemals in der Welt hier draußen, werden diese nur über knallharte Indizien ertappt. Oder weil die Polizei mit dem Drehbuchautor gemeinsame Sache macht. Denn eine Mörderin würde sich selbst auch im Kriminalfilm nie aus Eitelkeit verraten. Sie wäre glücklich und zufrieden, wenn sie am Ende einfach davonkäme, und würde sich aus den Resten noch ein Gulasch kochen. Vielleicht hätte sie von der Mutter ebenfalls das todsichere Prinzip für die perfekte Lüge (kein perfektes Verbrechen ohne perfekte Lüge) mit auf den Weg bekommen. Die perfekte Lüge ist die, an die du selbst glaubst, überzeuge dich von der Wahrheit deiner Lüge, dann erst lüge frisch und frei heraus.

Wie kommen wir jetzt darauf? Eine künstliche Intelligenz hat jüngst ermittelt, dass das Londoner Rubens-Bild „Samson und Dalila“, ein Prunkstück der National Gallery, mit 91-prozentiger Sicherheit nicht von Rubens stammt. Das Bild, von dem es zeitgenössische Kopien gibt, sei als „Original“ erst 1929 wiederaufgetaucht, berichtet der „Guardian“. Es könnte sich entsprechend um eine beträchtliche kriminelle Energie gehandelt haben. Ein perfektes Verbrechen, ein verschwiegener Fälscher. Also eine Fälscherin. Sie malte und setzte sich dann still zur Ruhe.

Beachten Sie auch Dalilas Blick. Gemütsruhe ist auf dem Weg zum perfekten Verbrechen so wichtig wie eine zündende Idee.

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