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Natalie Soondrum ist Online-Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.
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Natalie Soondrum ist Online-Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Rundschau.

Kolumne

pc

Eigentlich hatte der Kollege über die in Katalonien verbotenen Stierkämpfe schreiben wollen. Es hätte um die Frage gehen sollen, was „pc“ ist. Bisher gingen wir davon aus, „pc“ heiße politically correct. Doch unsere Vorstellungen sind ins Wanken geraten.

Von Natalie Soondrum

Eigentlich hatte der Kollege über die in Katalonien verbotenen Stierkämpfe schreiben wollen. Es hätte um die Frage gehen sollen, was „pc“ ist. Bisher gingen wir davon aus, „pc“ heiße politically correct. Für politisch korrekt halten Tierschützer die Abschaffung des langsamen und qualvollen Tötungsrituals heißblütiger Rinder. Der Kollege deutete an, Anhänger des FC Barcelona könnten genau umgekehrt argumentieren, mit einem grausamen gesellschaftlichen Testosteronverlust. Es wäre aus ihrer Sicht nicht „pc“, hormonell den Niedergang ihrer favorisierten Sportart einzuleiten.

Im Augenblick sind solche Überlegungen mit einem Schlag hinfällig. Seit wir wissen, dass das Adam-Smith-Institute der BBC rät, die Gebührenfinanzierung abzuschaffen, ist unsere Vorstellung von der Bedeutung von „pc“ ins Wanken geraten.

Im Augenblick gibt es im Vereinigten Königreich noch eine Zwangsgebühr, die derjenigen ähnelt, die in soeben Deutschland beschlossen wurde. Die private Konkurrenz des BBC empfinde sie als politisch inkorrekt, weil die BBC eigentlich nichts anderes sei als ein Entertainmentkonzern, den der Staat sponsert. Der Meinung ist auch die Studie. Sie empfiehlt daher die Einführung eines freiwilligen Zuschauer-Abos. Paid Content sei die einzige Lösung für das öffentlich-rechtliche Fernsehen – ein „pc“, das „pc“ ist, weil alle mit dem gleichen Geld für das bezahlen, was sie wirklich sehen wollen.

Komisch nur, dass in Deutschland genau das Gegenteil als einzige Lösung ausgegeben wird – weil die GEZ und die Jagd auf die Geräte in Einzelhaushalten so unrentabel seien.

Der Verdacht drängt sich auf, dass die Finanzierungsmodelle für den öffentlichen Rundfunk allesamt nicht besonders „pc“ sind. Weil allerorten der demokratische Informations- und Aufklärungsanspruch zugunsten von Rentabilität und Quoten verdreht wird. So wird auch das, was nie mehr „pc“ sein kann, zu etwas, was das Times Mager zur GEZ (FR vom 12. Juni) schon ins Spiel gebracht hat: „cp“ für conversation piece wie amerikanische Trödler einen Gegenstand nennen, der zu nichts anderem taugt, als ein paar Worte darüber zu verlieren.

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