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King Kong mag weiße Frauen lieber als Bananen.

Times Mager

Paola

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Umstritten ist bis heute, welche Folgen es gehabt hätte, wenn große Bananenplantagen schon seit Jahrhunderten Harz, Kyffhäuser und Mecklenburgische Seenplatte säumten: Wäre es dann niemals zur sogenannten Wiedervereinigung gekommen?

In diesen Tagen war wieder viel die Rede von der Banane, jener tropischen Frucht, die Völker vereint. Lange Zeit galt sie als Leibspeise großer Menschenaffen, bis sich überraschend herausstellte, dass die Primaten weitaus mehr Petersilie, Baumrinde, Nesseln, Disteln und weiße Frauen zu sich nehmen (vgl. „King Kong und die weiße Frau“, 1933). Später dienten Bananen als Premium-Transportmittel für große Vogelspinnenarten nach Europa.

Als Binsenweisheit in der Obst- und Gemüseforschung hat sich die Tatsache erwiesen, dass Bananen deutlich besser für Milchmixgetränke geeignet sind als beispielsweise Sellerie, Bockshornklee, Radieschen oder die Gemeine Wegwarte. Umstritten ist aber bis heute, welche Folgen es gehabt hätte, wenn große Bananenplantagen schon seit Jahrhunderten Harz, Kyffhäuser und Mecklenburgische Seenplatte säumten: Wäre es dann niemals zur sogenannten Wiedervereinigung gekommen? Oder müssten wir Geschichte von der anderen Seite her denken: Hätte es nie eine DDR gegeben?

Dies alles im Hinterkopf, wenden wir uns jetzt dem kulturhistorischen Höhepunkt der Bananenrezeption zu. Aus ganz willkommenem Anlass – besagter Höhepunkt hat Jubiläum. Das Ereignis liegt genau 5000 Tage und ein Jahr zurück.

Damals feierte der Komiker Karl Dall Geburtstag, seinen 60., und er lud sich Gäste ins Fernsehen ein: Unterhaltungsstars wie Hape Kerkeling, Norbert Blüm und die Schweizer Chanteuse Paola. Das Ereignis ist sogar im weltweiten Verzeichnis „Internet Movie Database“ festgehalten – und zwar als „das am besten bekannte Stück der beiden Protagonisten“. Obwohl beide nun wirklich auch sonst viel für die abendländische Kultur getan haben.

Also Film ab: Paola und Karl treffen sich auf einer Bühneneinrichtung unter Palmen, sie sitzen auf etwas, das wirkt wie ein riesiger Cheeseburger, ein Donut oder vielleicht auch ein Stapel Pfannkuchen der nordamerikanischen Machart, und im Hintergrund erklingen die ersten Takte des Schlagers „Blue Bayou“. Romantische Stimmung. Paola legt ihren Kopf auf Karl Dalls Schulter und singt: „Der Weg, den ich oft in Gedanken ging …“

Als nächstes sieht der Betrachter, wie Paola live von den Pfannkuchen abrutscht und – zum Glück zieht die Kamera sofort auf – von der Bühne herabfährt, und zwar auf einer Banane, einer großen aufblasbaren Banane. Geistesgegenwärtig singt sie weiter. Man kann die Szene 25-mal anschauen, 500-mal, man bricht immer wieder zusammen. Sie ist unsterblich komisch. Und glimpflich ausgegangen, dank Banane.

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