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Times Mager

Ökumene

Die katholische Kirche sagt, mit der "Hokuspokus"- Ökumene müsse mal Schluss sein. Doch die Protestanten hängen irgendwie daran, als könnten sie nicht alleine existieren. Von Chrstian Schlüter

Selbstverständlich freuen wir uns darüber, dass Erzbischof Longin, ständiger Vertreter der Russisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland, jetzt in aller Deutlichkeit Medienberichten entgegengetreten ist, das Verhältnis seiner Kirche zur Evangelischen Kirche in Deutschland sei getrübt, weil deren neue Ratsvorsitzende, Landesbischöfin Margot Käßmann, eben eine Frau sei - noch dazu eine geschiedene - und deswegen von einem Orthodoxen kaum anerkannt werden könne.

Nur zu gerne glauben wir dann auch, dass Erzbischof Hilarion, Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchates, "hauptsächlich aus Terminproblemen" nicht wie ursprünglich vorgesehen am 30. November an der in Berlin stattfindenden 50-Jahr-Feier des Dialoges zwischen beiden Kirchen teilnimmt.

In der Tat, wenn Termingründe zur Hauptsache werden, dann hat man sich nicht mehr viel zu sagen. Eigentlich sollten unsere Protestanten die Feier absagen. Tun sie aber nicht. Denn irgendwie hängen sie an der Ökomene - als gäbe es nichts anderes und könnten sie nicht für sich selbst, sondern nur in Bezug auf ihre älteren Schwestern existieren. Zu denen neben der orthodoxen ja vor allem auch die römisch-katholische Kirche gehört, die nun ihrerseits von ihrem Regensburger Ableger aus verkünden lässt, dass es mit der "Hokuspokus"-Ökumene endlich ein Ende haben müsse: Monsignore Johann Tauer, Ökumenebeauftragter des Bistums, will in Bezug auf das "Geheimnis des Glaubens keinen gemeinsamen Mittelpunkt erkennen" und plädiert deutlich für eine klare Trennung der Kirchen, etwa, was das Abendmahl respektive die Eucharistie angeht.

Nun sollten die Protestanten dergleichen Zurück- oder Zurechtweisungen allerdings nicht zu persönlich nehmen: Orthodoxe und Katholiken mögen einander einfach mehr, und als längst global operierende Unternehmen mit überfüllten Terminkalendern sowie unzugänglichen Glaubens- und also Geschäftsgeheimnissen können sie in den "Lutheranern" ohnehin nur einen deutschen Sonderweg erkennen. Ansonsten gilt, dass die Einheit der Kirche an der Frauenordination und am Leib Christi scheitern muss. Selbstverständlich!

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