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Aufgepasst beim Walnusssammeln.
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Aufgepasst beim Walnusssammeln.

Times mager

Nusstrauma

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Ein Wanderstock ist auch gegen Schlangen gut zu gebrauchen, empfahl der Tuareg. Aber Schlangen an der Mosel?

Walnüsse sammelt man um diese Jahreszeit stets unter Beschuss, so auch im beschaulichen B. an der Mosel, das beim Walnüssesammeln seine Beschau-lichkeit jedoch schnell los ist. Vom ursprünglichen Wandervorhaben kann keine Rede mehr sein. Fünfsechssieben Walnussbäume in einer Reihe. Und keine Sammelkonkurrenz für den Moment.

Aber der Beschuss. Walnüssesammlerinnen und Walnüssesammler leben mit dem ständigen Dilemma, entweder beim Beutemachen gnadenlos abgehängt zu werden oder im unberechenbaren Geprassel eine auf die Nuss zu kriegen. Schon ziehen Schreckensvisionen auf, vor lauter Beobachten des Luftraums über jemanden zu stolpern, der erschlagen im Laub liegt. Und ursprünglich nur wandern wollte.

Sammelchampion oder Kopfnusstrauma, dazwischen verläuft ein Grat, zart wie die Haut um den Kern der Nuss, die sich in den ersten Stunden nach dem Geprassel noch leicht extrahieren lässt und dann nimmermehr. Eichhörnchen legen darauf keinen Wert. Schälnüsse sind den Eichhörnchen egal. Sie erhalten in einigen Wochen den Rest des Riesenbergs, um damit neue Walnussbäume zu pflanzen, die arglosen Wandersleuten auflauern.

Wandersleuten ohne Stock übrigens. Wer kennt nicht das Phänomen, dass Arme und Hände schwellen, eher in den heißen Monaten zwar, wie Kürbisse, wenn sie beim Wandern schlenkernd herabhängen? Dagegen, riet einst der Wüstenführer in der Sahara, helfe ein Stock, hinterm Nacken quer über die Schultern gelegt, mit beiden Händen rechts und links gehalten. Auch gegen Schlangen gut zu gebrauchen, der Stock, empfahl der Tuareg.

Seither befindet sich ein Holzstab im Schuhregal des Wanderers, den er sogar diesmal mit in die Moselferien genommen hat, auch wenn die Temperaturen zurzeit keine allzu dicken Hände befürchten lassen. Doch das Phänomen der ignorierten Utensilien, es greift auch im Urlaub. Sobald etwas, das man auffällig positioniert, um es nicht zu vergessen, länger als zehn Minuten dort verweilt, verschmilzt es mit der Umgebung. Sei es ein Erinnerungszettel („Huhn!“, „Wäsche!“), ein Schal, über die Jacke gelegt, damit man ihm beim Jackeanziehen auf keinen Fall ausweichen kann, oder ein Holzstab, in den Wanderschuh gestellt, als Zaunpfahl sozusagen – alles wird zum Einrichtungsgegenstand, den man übersieht und notfalls beiseitelegt. Ein Kollege entwickelte vor Jahren die Methode, seinen Autoschlüssel im Redaktionskühlschrank aufzubewahren, damit er auf dem Heimweg die Butter nicht vergisst. Aber es wird ja in letzter Zeit immer weniger mit Autos heimgefahren.

Schlangen. Auch so ein unterschätztes Risiko beim Walnüssesammeln.

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