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Von: Stephan Hebel

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Online-Meetings sind zur Normalität geworden.
Online-Meetings sind zur Normalität geworden. © Addictive Stock/Imago

„Zoom-Fatigue“? „Employability“? Sowas muss das altehrwürdige Times mager kopieren.

Kurze Schmunzler, ein leichtes Nicken, eine hochgezogene Augenbraue – bei Online-Meetings verpasst man schnell die Reaktion anderer Teilnehmer:innen.

Bei einer Studie zum Thema Zoom-Fatigue des Instituts für Beschäftigung und Employability gaben 70 Prozent der Befragten an, dass ihnen bei virtuellen Konferenzen die Möglichkeit fehlt, nonverbale Hinweise wahrzunehmen. Okay, zugegeben: Das war ein Plagiat. Beim vorangegangenen Absatz würde es sich um einen erschreckenden Fall von Diebstahl geistigen Eigentums handeln, wenn die Sache nicht gerade noch offengelegt worden wäre, was hiermit geschehen soll: Der Prosa-Text entstammt einer Studie, die uns von dem daran beteiligten Statistikportal freundlicherweise per Email zugesandt wurde.

Der Grund für den Kopiervorgang liegt darin, dass das Times mager als altehrwürdige und im Grunde kulturkonservative Institution nicht in der Lage ist, Phänomene wie „Zoom-Fatigue“ und „Employability“ in gleichermaßen angemessenem Deutsch auszudrücken, jedenfalls nicht in der notwendigen Häufung. Gleiches gilt für die Verwendung origineller Sprachbilder wie „Beim Zwischenmenschlichen haben ,analoge‘ Treffen die Nase vorn“. Wie viel Kleinarbeit, wie viel Fantasie muss hinter der Idee stecken, sich ein analoges Treffen mit vorn liegender Nase vorzustellen! Und wie viel literarisches Engagement steckt in dem Coup, der Leserin und dem Leser diskret die Frage aufzudrängen, wo wohl digitale Meetings ihre Nase haben!

Lassen Sie uns ohne Plagiat hinzufügen: Digitale und analoge Meetings sind Key Issues für das Business einer All-in-Redaktion mit zeitgemäßem Workflow, keine Frage, und wer würde bestreiten, dass das Momentum hier in einer stets verbesserten Employability besteht, die ohne ein Höchstmaß an Resilienz nicht darstellbar wäre?

Unser durchaus herausfordernder Approach kann am Ende des Tages nur sein, was das bereits erwähnte Statistikportal uns in einer weiteren Folge seiner Serie „Special Content“ so überzeugend darlegt: „Hybride Arbeitsmodelle und Work-from-Anywhere sind das neue Normal.“

Wenn hier noch einmal zitiert werden darf: „Abgesehen davon, dass im Digitalen ein Teil der Kommunikation verloren geht, fehlt das Zwischenmenschliche – die Möglichkeit, sich zu vernetzen: Knapp zwei Drittel vermissen den Small Talk mit anderen Teilnehmer:innen“ und immer so weiter .

Redaktioneller Hinweis: Sie dürfen sicher sein, dass auch im Analogen „ein Teil der Kommunikation verloren geht“. Fragen Sie mal Ihre Kolleg:innen am Ende des „Meetings“, was am Anfang besprochen wurde. Kurzer Schmunzler.

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