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Um Nofretete wird es nie ruhig.
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Um Nofretete wird es nie ruhig.

Times mager

Nofretete

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Nie ist es seit ihrer Entdeckung um sie wirklich ruhig geworden, auch nicht von dem Tag an, als die Königin und Ägypterin zur Hauptattraktion im Neuen Museum zu Berlin aufstieg.

Man trifft sich nicht nur einmal, ist ein nicht ganz unwesentliches Motto der Archäologie. Und auch wenn die Zeugen, mit denen sich die Archäologie beschäftigt, als stumme Zeugen tatsächlich nicht widersprechen können, so ist es doch recht interessant, wie sehr sie immer wieder zum Sprechen gebracht werden, zum wiederholten Mal.

Von einem Nachleben, das sich stark artikuliert, zehrt auch die Nofretete, kaum dass sie als Kalksteinfigur, 1912 freigelegt in der ägyptischen Stadt Amarna, nach Berlin kam. Nie seitdem ist es um sie wirklich ruhig geworden, auch nicht von dem Tag an, als die Königin und Ägypterin zur Hauptattraktion im Neuen Museum zu Berlin aufstieg.

Ein Mysterium ist sie für jeden Besucher, der leisetritt im Angesicht der Büste, zu der allerdings die Mumie fehlt. Und deswegen passt es ins Bild, wenn jetzt der britische Ägyptologe Nicholas Reeves die Königin, die bisher vor allem als Gattin des Pharaos Echnaton gilt, wieder einmal näher heranrückt an Tutanchamun, den Sohn des Herrschers. Mit vollkommen neuartigen Scanmethoden, unterstützt von einer Spezialfirma, will Reeves buchstäblich dahintergekommen sein, dass sich womöglich in den bisher nicht gefundenen Hohlräumen der weitverzweigten Grabanlage des Tutanchamun auch die mumifizierten Überreste der Nofretete befinden könnten.

Der Ein-Gott-Erfinder

Seit 2010 ist durch DNA-Analysen bewiesen, dass Tutanchamun der Sohn des Echnaton war. Was diesen Echnaton in den vergangenen rund 90 Jahren vor allem enorm interessant gemacht hat, ist dessen Rolle als Ein-Gott-Erfinder der Weltgeschichte, der die ägyptische Viel-Götter-Welt regelrecht stürzte. Als radikaler Ketzerkönig hat der Herrscher, dessen Grab nie gefunden wurde, das kulturelle Gedächtnis nie ruhen lassen. Was nun Tutanchamun angeht, dessen Grab 1922 von dem Briten Howard Carter im „Tal der Könige“ gefunden wurde, hat der Klatsch über die Gruft, in der ein Ausgräber zum Todesopfer seines Leichtsinns wurde, den „Fluch des Pharao“ verhängt.

Reeves gilt in Fachkreisen als Kapazität auf dem Gebiet der Amarna-Zeit. Wandmalereien, deren Oberflächenstruktur sowie Baupläne haben ihn stutzig werden lassen. Vielleicht wird wirklich bald schon der Tag kommen, an dem sich erweisen wird, ob Reeves mit seiner Vermutung und Verortung der mysteriösen Ägypterin hinter der Nordwand von Kammer J tatsächlich Mumiengeschichte schreiben wird. Diese Story, eine der Auferstehung aus der Gruft, wird es auch mit dem mulmigen Gedächtnis aufnehmen müssen.

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