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Kleiner, guter Vorsatz: Eine halbe Tafel statt einer ganzen zu essen. Doch was tun mit der anderen Hälfte?

Times mager

Noch schnell

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Eigentlich sind dieses Mal die Dänen das Volk der Stunde und der Jahreswechsel-Vorsätze. Die funktionieren übrigens deutlich besser, wenn sie ganz klein sind.

Schon 16 Tage ins neue Jahr hinein. Wer also noch keinen guten Vorsatz hat, lasse die Chose für 2017 einfach mal (es könnte das neue Cool sein) oder besorge sich ganz schnell einen.

Am erfolgversprechendsten, heißt es von Ratgeber-Seite („Gute Vorsätze in 365 Tagen“), sind die ganz kleinen guten Vorsätze – je kleiner der Vorsatz, desto größer ist umgekehrt proportional die Chance, dass man ihn länger als anderthalb Stunden einhält. Zum Beispiel: Nicht anzustreben versuchen, gar nichts Süßes mehr zu essen, sondern sich mit sich selbst auf eine halbe Tafel Schokolade statt einer ganzen einigen. Problem dabei: Die zweite Hälfte muss man vermutlich jeweils im Klo runterspülen, damit man nicht um 23.48 Uhr doch noch drangeht. Oder man muss jeden Tag in den Supermarkt, um genau einen Schokoriegel oder eine kleine Tüte Salt & Vinegar-Chips zu kaufen. Und am Sonntag hat man Pech gehabt, weil Samstagabend zwei Schokoriegel oder zwei Tüten Salt & Vinegar-Chips im Schrank lagen. Lagen, wohlgemerkt, bis 23.35 Uhr.

Statt etwas Ungesundes nicht zu tun, kann man auch den Vorsatz fassen, etwas Gesundes zu tun. Auch da aber gilt: Latte nicht zu hoch hängen. Also nicht: Ab morgen gehe ich täglich eine halbe Stunde joggen. Vielmehr: Ab morgen fahre ich nicht mehr mit dem Auto zum Zigarettenautomaten (ca. 130 Meter entfernt), sondern gehe zu Fuß. An der frischen Luft lässt sich auch viel netter eine rauchen.

Die Älteren werden sich noch an die Zeit erinnern, als Kefir alle Probleme dieser Welt lösen konnte. Oder jedenfalls fast alle. Kefir war irgendwie von den Russen erfunden worden, aber obwohl damals noch der Kalte Krieg herrschte, war das gut, weil urwüchsig. Die Russen, glaubte man vielleicht, waren näher dran am Ursprünglichen, weil sie sich was anderes gar nicht leisten konnten. Kefir wuchs, Kefir-Geflechte wurden geteilt und weitergegeben und wirkten bald in vielen deutschen Haushalten gegen die krankheitserregende Flora im Körper, wenn man nur täglich ein Glas davon trank. Heute haben sich die Russen aufs Hacken verlegt, eine sitzende und damit ungesunde Tätigkeit. Sie werden sehen, was sie 2017 davon haben.

Das aber nur nebenbei. Denn eigentlich sind diesmal die Dänen das Volk der Stunde und der Jahreswechsel-Vorsätze. Denn sie haben Hygge erfunden. Hygge ist das neue sozialverträgliche Kuscheln, mit Hygge lebt man gesünder und glücklicher.

Dazu ein andermal mehr. Oder Sie kaufen sich noch schnell einen Hygge-Ratgeber, das Jahr ist schließlich noch jung.

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