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Wer "No Nee Ta Slode Aln" hören will, muss seinen Standort angeben, dann prüft der Streamingdienst namens Spotify, ob es dort wirklich regnet, und wenn ja, geht der Song los.
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Wer "No Nee Ta Slode Aln" hören will, muss seinen Standort angeben, dann prüft der Streamingdienst namens Spotify, ob es dort wirklich regnet, und wenn ja, geht der Song los.

Times mager

No Nee

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Unlängst erschien das erste Lied, das ausschließlich bei Regen läuft. Gewöhnungsbedürftig.

Der moderne Mensch kann erwiesenermaßen Sachen, von denen der unmoderne Mensch vor 300 Jahren noch nicht mal geträumt hat. So ist er dank seiner nimmermüden Innovationskraft heute ganz locker in der Lage zu fliegen (gut, davon hat sein Vorgängermodell bereits geträumt, das muss man fairerweise zugeben), aber er kann auch beispielsweise überall, wo er gerade ist, Kaffee genießen. Drehen Sie bitte in der U-Bahn, in der Sie gerade sitzen und von der vor 300 Jahren übrigens noch niemand träumte, den Kopf in eine beliebige Richtung und registrieren Sie den modernen Menschen, wie er dort seinen Kaffee genießt. Vielleicht sind Sie es selbst. Wohl bekomm’s. Aber mit Mehrwegbecher.

Und: Er kann auch, der moderne Mensch, überall, wo er geht, steht und Kaffee genießt, Musik hören. Dies war noch vor zwei Generationen allenfalls Tiefgläubigen gegeben – jetzt vermag es jeder, der Ohren hat und das Geld für ein mobiles Endgerät.

Kalter Kaffee, sagen Sie. Ihre Eltern seien schon Musik hörend die Route 66 rauf- und runtergefahren sowie unwesentlich später mit einem kleinen Kästchen herumgerannt, das Walkman hieß, Batterien und Tonbandkassetten fraß. Mag sein. Aber den Trick mit dem Regen hatte der Walkman nicht drauf.

Unlängst erschien nämlich das erste Lied, das ausschließlich bei Regen läuft. Ein sogenannter Streamingdienst, der Musik aus dem Nichts in Ihre Ohren einfüllt, ist für das Verfahren zuständig. Der Song „No Nee Ta Slode Aln“ der US-Band White Denim lässt sich nur abspielen, solange nasser Niederschlag fällt. Wer es hören will, muss seinen Standort angeben, dann prüft der Streamingdienst namens Spotify, ob es dort wirklich regnet (womöglich in Streamen, ehihihi), und wenn ja, geht der Song los.

Das Ganze ist Werbung für einen Regenjackenhersteller. Man wüsste natürlich gern, was „No Nee Ta Slode Aln“ konkret bedeutet und in welcher Sprache. Vielleicht heißt es: „Dumm gelaufen, dass jetzt Frühling ist und die ganze Zeit die Sonne scheint“? Oder: „Hast du noch nicht deine Schloden an?“, wobei immer noch zu klären wäre, was Schloden sind. Sollte es doch mal wieder regnen, weitere Musiktipps: „Umbrella“ (Rihanna), „Bus Stop“ (Hollies), „Regentropfen, die an dein Fenster klopfen“ (Metropol-Vokalisten), „Only Happy When It Rains“ (Garbage).

Hier noch Volkes Stimme zum Streaming. Der Internet-User vogeltlegov schreibt: „Ich bin grad im Regen auf dem Rad gefahren, als Spotify plötzlich anfing, holländische Powerballaden zu spielen! Da ist man echt hilflos.“

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