Horror-Fans sollen die Corona-Krise besser meistern, fanden Wissenschaftler heraus.
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Horrorfans sollen die Corona-Krise besser meistern, fanden Wissenschaftler heraus.

TIMES MAGER

Nebel

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Machen Horrorfilme tatsächlich widerstandsfähiger? Oder alles noch schlimmer?

Wer sich mit 15 heimlich in den ersten Zombiefilm geschlichen hat, in ein formidables Kino übrigens, das es heute natürlich längst nicht mehr gibt – wer also schon in jungen Jahren gut durchtrainiert war in Sachen Grauen & Schrecken, der hätte eigentlich die besten Voraussetzungen gehabt. Wissenschaftler sagen nämlich: Horrorfans meistern die Corona-Krise besser.

Besser als wer? Darüber lassen sich die Forscher aus Dänemark und den USA nicht aus. Denkbar wäre aber, dass Menschen, die bisher nur „Benjamin Blümchen“ und „Forsthaus Falkenau“ gesehen haben, folglich eher nicht so gut gerüstet sind für die Belastungen während einer Pandemie.

Andererseits: In der Studie ist die Rede von „Katastrophen auf dem Bildschirm“, und da gehen die Meinungen ja stark auseinander. Bela Lugosi oder Luis Trenker, wer ist schlimmer? Nosferatu oder Hansi Hinterseer? Pennywise oder Florian Silbereisen? Die Medusa oder Carmen Nebel?

Nervenstarke, die eine Woche lang „Hart aber fair“, „Talk am Dienstag“, „Maybrit Illner“, „Markus Lanz“ und „Anne Will“ überlebt haben, womöglich noch das „Aktuelle Sportstudio“ obendrein, wird so schnell nichts mehr schocken können. Da sind manchmal Leute zu sehen, von Parteien und Fußballvereinen – es gruselt einen schon beim bloßen Gedanken.

Gemeint sind in der Studie aber vorrangig solche Filme, in denen tatsächlich noch Grässlicheres zu sehen ist als rechtspopulistische Politiker. Etwa Monster, die anderen Leuten die Köpfe abreißen. Oder so. Sorry, wenn das jetzt ein bisschen läppisch daherkommt im Vergleich mit rechtspopulistischen Politikern. Klingt gar nicht noch grässlicher, zugegeben. Es wird übrigens davon abgeraten, Horrorfilme zu schauen, wenn man Horrorfilme absolut hasst. Sonst macht es die Sache noch schlimmer.

Apropos läppisch. Sich vor Corona zu fürchten, dürfte gar nicht das größte Problem sein. Das steht zwar nicht in der Studie, liegt aber auf der Hand. Fürchten ist völlig okay. Dauernd über Corona-Beschränkungen zu jammern – das nervt am meisten.

Einer der Filme, die 15-Jährige damals im „Gloria“ verbotenerweise geschaut haben, hieß „Horror Infernal“. Es war eine große Odyssee, eine Kopie des Gruselschockers (auf italienisch) Jahrzehnte später als DVD zu ergattern. Und dann fast dabei einzuschlafen. Nimm dies, Corona.

Die Forscher sprechen in ihrem Horror-Aufsatz auch von „Medien mit hohem Angstfaktor“. Aber seien Sie kein Frosch, schlagen Sie auch am Montag Ihre FR unbesorgt auf. Das macht stark.

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