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Kolumne

Namen

  • Marie-Sophie Adeoso
    VonMarie-Sophie Adeoso
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Mia, Leon, Lia, Lilli, Lea, Lina, Ben! Kinder, die auf diese Namen hören, müssen dieser Tage häufig vergebens den Kopf wenden. Lange litt ich unter ähnlichem Schicksal. Nun habe ich vernommen, dass in meiner Geburtsstadt Düsseldorf Marie von Platz 1 verdrängt wurde – von Sophie.

Liebe Leser, wie auch immer Sie heißen, an den Namen dieser Kolumne haben Sie sich mittlerweile gewöhnt. Vielleicht auch nicht, dann werden Sie es wohl auch nie – aber immerhin hat diese Spalte sich überhaupt einen Namen gemacht.

Das ist gar nicht so leicht, zumindest nicht für jene, die sich an vielen Gleichbenamten reiben und im Kindergarten oft vergeblich den Kopf drehen müssen. Bundesweit betroffen sind, haben wir nun wieder von Standesämtern und Onomastikern vernommen, lauter kurze Lall- und Murmellautende: Mia, Leon, Lia, Lilli, Lea, Lina, Ben.

Lange litt ich unter ähnlichem Schicksal. Nun habe ich beruhigt vernommen, dass in meiner Geburtsstadt Düsseldorf Marie von Platz 1 verdrängt wurde – von Sophie. In Frankfurt übrigens auch.

Was soll’s, es gibt ja noch den Nachnamen, daran kann man arbeiten. Ich habe deshalb vor einiger Zeit den Vorschlag Bielefelder Forscher befolgt, noch ehe sie ihn im vergangenen Herbst aussprachen: Ehepartner mögen doch bitte den selteneren Partner-Namen annehmen, auf dass die Schmidt- und Müllerdichte hierzulande abnehme. Weise Worte. Meinerseits konkurrierte ich nachnamentlich einst mit einem Washington-Korrespondenten, einer FDP-Politikerin und einer Porzellanmalerin aus dem 19. Jahrhundert. Alle auf einen Schlag losgeworden, hah!

Ihnen, liebe Leser, sofern Sie sich nicht bevorzugt hinter verpixelten Türschildern verstecken, kann ich diese Vorgehensweise nur ans Herz legen. Sie werden daran Ihren Spaß haben, versprochen! Seit ich Ade-Dingsbums heiße, habe ich zahlreiche Migrationshintergründe hinzugewonnen und führe mit mir fremden Menschen anregende Gespräche über meine Abstammung. Ich werde wahlweise auf Spanisch angesprochen (Adios, Sie Bär = Oso?), für eine Italienerin gehalten (aus dem Hades = Ade?) oder griechisiert (das kann man nur zensiert wiedergeben: Ade gamisou = f*** dich!). Noch dazu vereine ich so viele Klassiker in meinem Namen, dass Karl-Theodor seine Freude hätte: Anton-Dora-Emil-Otto-Siegfried-Otto.

Am Ende wird, wer sich einen Namen macht, königlich belohnt: Ade heißt Krone, Oso trägt sie. Kommt aus N. aus der Sprache der Y. Und jetzt sind Sie dran!

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