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Nächstenliebe

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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William Hogarth war schon im 18. Jahrhundert klar: Wer Tiere schlecht behandelt, ist auch grausam zu Menschen. Behandeln Sie Ihren Partner wie Ihren Hund, lautet ein Tipp von Eheratgebern. Von Sylvia Staude

Dem britischen Künstler William Hogarth war schon im 18. Jahrhundert klar: Wer Tiere schlecht behandelt, ist auch grausam zu Menschen. Seine "Vier Stufen der Grausamkeit" zeigen einen jungen Mann namens Tom Nero, der zuerst einen Hund, dann sein Kutschpferd quält. Auf Stich drei hat er gerade seine schwangere Geliebte umgebracht - auf Stich vier ist er bereits hingerichtet und wird öffentlich seziert.

Behandeln Sie Ihren Partner wie Ihren Hund, lautet ein zur Zeit aktueller Tipp von Ehe-/Beziehungsratgebern. Umgekehrt aber wird erstmal ein Schuh draus: Lassen Sie sich besser mit niemandem ein, von dem Sie mitbekommen, dass er ein Tier quält.

Studien der vergangenen Jahre weisen auf einen so starken Zusammenhang hin, dass in den USA Beamte, die wegen Tierquälerei ermitteln, aufgefordert sind, bei ihren "Kunden" auf Anzeichen zu achten, ob sie ihre Frau schlagen oder ihre Kinder missbrauchen. Der Staat Kalifornien plant, künftig auch Tierquäler auf einer Liste zu führen wie Sexualstraftäter oder Brandstifter. Und offenbar werden alle Arten von Grausamkeiten in der Familie weitergegeben: Ein Drittel der Kinder, die mit Missbrauch konfrontiert sind - sie müssen gar nicht selbst das Opfer sein -, quält oder tötet Tiere. Und wird mit einiger Wahrscheinlichkeit später auch gegen Menschen gewalttätig werden.

Bereits Anfang der 80er zeigte eine Untersuchung, dass Familien, in denen Missbrauch vorkam, überdurchschnittlich viele Haustiere hielten, vor allem Hunde. Allerdings waren diese Tiere selten älter als zwei Jahre, war der "Verschleiß" also hoch.

In den USA sind die Erkenntnisse über den Zusammenhang von Tier- und Menschenquälerei nicht mehr nur für Hardcore-Tierschützer Anlass, darüber nachzudenken, wie eine humane Gesellschaft auch mit ihren Nutztieren umgehen sollte. Mancher Ethiker ist der Überzeugung, dass sich hier ein ähnlicher Gesinnungswandel vollziehen wird wie in den letzten Jahrzehnten bei der Frage häuslicher Gewalt.

Schon gibt es auch spezialisierte Tierforensiker. Dass sie ermitteln wie die Kollegen von CSI kann man belächeln. Man sollte es aber als Fortschritt sehen.

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