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Kolumne

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  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Zwei Lesarten legt die Berichterstattung über das Attentat von Tuscon, Arizona, an den Tag: Einmal die, dass der Schütze, Jared Loughner, ein wahnsinniger Einzelgänger sei, dann wieder, dass der Anschlag Ergebnis einer Brutalisierung des politischen Dialogs sei. Düster.

In der Berichterstattung über das Attentat von Tucson, Arizona, kommen zwei Lesarten zum Vorschein, die das Geschehene mehr oder weniger spekulativ zu bannen versuchen.

In der einen Variante ist Jared Loughner, der sechs Menschen getötet und die demokratische Abgeordnete Gabrielle Giffords lebensgefährlich verletzt hat, ein irrer Einzeltäter, dessen privater Wahn in die verheerende Tat mündete. Loughner interessierte sich nicht für Giffords Haltungen zur Steuer- und Gesundheitspolitik. Sie war vielmehr die Projektionsfigur für eine sich im Attentat entladende Wut, die nach dem bisher Bekannten kaum zu erfassen ist.

In der anderen Lesart ist der Anschlag von Tucson vor allem Ausdruck einer sich verdüsternden Atmosphäre der politischen Kultur der USA. Politiker der Demokratischen Partei attackierten mehr oder weniger offen Sarah Palin, Ex-Gouverneurin von Alaska, die den Jargon des Nachladens in ihre Polit-Rhetorik eingeführt hatte. Demokraten und Republikaner machen sich in der Nachbereitung der Schüsse von Tucson gegenseitig für eine Brutalisierung des politischen Dialogs verantwortlich. Was ist bloß aus unserem „Land of the free“ geworden?, lautet auf beiden Seiten die rhetorische Frage.

Sie gehört zum Standardrepertoire einer krisenhaften Stimmung, in der die emphatischen Allgemeinbegriffe und das große Ganze von God’s own country beschworen werden. In dem legendären Roadmovie „Easy Rider“ spricht ihn Regisseur und Hauptdarsteller Dennis Hopper am Ende des Films vor sich hin. Der mitreisende George ist von Gewalttätern mit einem Baseballschläger erschlagen worden, Wyatt und Billy sterben bald darauf durch die Kugeln von reaktionären Rednecks, die das Freiheitsbedürfnis der aufbegehrenden Motorrad-Hippies nicht teilen mochten.

„Easy Rider“ wurde zum Kultfilm eines Freiheitsgefühls, das in der Geschichte des Films ein brutales Ende findet. Tatsächlich war der Lebensstil der drei Motorradfreunde allerdings sehr viel düsterer als die spätere Verklärung des Films. So wie die Dinge liegen, gewinnt man auch aus dem Attentat von Tucson kein genaues Bild der amerikanischen Kultur.

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