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Frauen in makellos weißem Tutu.
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Frauen in makellos weißem Tutu.

Times mager

Nach Paris

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Die Tanz-Melodie scheint bald in der französischen Hauptstadt zu spielen, wo Benjamin Millepied das Ruder übernommen hat, Ehemann von Natalie Portman.

Mit einer sich über die Operntreppe ergießenden Tänzerflut, die Frauen in makellos weißem Tutu, die Männer in ebenso makellos weißem Hemd, wirbt das Ballet de l’Opéra de Paris für sich, dazu mit den blanken, beeindruckenden Zahlen: 154 Tänzer, 18 Étoiles, 14 Premiers Danseurs. Nicht einmal das Royal Ballet in London kann bei dieser Zahl mithalten, das Stuttgarter Ballett, bei dem William Forsythe einst erste Choreographie-Aufmerksamkeit erregte, meldet aktuell gerade mal 64 Tänzer.

Kürzlich ist dem letzten Frankfurter Ballettchef – so sich die Stadt nicht irgendwann wieder zur Gründung eines Ballettensembles aufrafft, wird er der allerletzte gewesen sein – an dieser Stelle zum 65. Geburtstag gratuliert worden. Nun soll schon wieder von ihm die Rede sein, denn im Rahmen des stolzen Internet-Auftritts des Pariser Balletts finden sich bereits detaillierte Ankündigungen der Saison 2015/16. Dort wiederum, die Premiere ist für den 4. Juli 2016 angesetzt, prangt unter dem Bild eines hippen jungen Mannes, der lässig auf einem Dach kauert vor zart verkommener Häuserfront, der Name William Forsythe und das Versprechen eines „Nouveau Spectacle“, das umrahmt wird von zwei älteren Forsythe-Werken. Und während bei diesen noch brav Forsythes langjähriger Hauskomponist Thom Willems die sparsam elektronisch dräuende Musik beisteuerte, liest man nun mit Staunen hinter „Musique“ den Namen James Blake.

Auch gleich assoziiert

Nun war Forsythe schon immer jemand, der es sich gern anders überlegte. Aber der Name des, nun ja, Popmusikers Blake im Zusammenhang mit einer Choreographie Forsythes, dazu die Arbeit mit einem nicht nur zahlenmäßig prächtigen Ensemble, scheinen ein Signal zu sein, dass Frankfurts Ex-Ballettchef nach Burn-out und Abschied von der nach ihm benannten Company einen recht radikalen Neuanfang versucht. Und einen so entschlossenen, dass er sich von den Parisern auch gleich zum „assoziierten Choreographen“ erklären lässt.  

Man wird hier nicht unverschnupft sein, dass der Choreograph zuerst den Fortbestand seiner Company unter einem anderen Chef sichert, dann beim coolen jungen Benjamin Millepied in Paris anheuert, der sich vor allem als Ehemann Natalie Portmans einen Namen machte, sich als Ballettdirektor dagegen noch zu bewähren hat. Millepied hat allerdings auch schon Anne Teresa de Keersmaeker engagiert, der kürzlich die Brüsseler Oper La Monnaie erklärte, sie könne sich finanziell keinen Tanz mehr leisten. Punkt. Paris scheint der neue Wallfahrtsort für anderweitig enttäuschte Choreographen-Größen zu sein.

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