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Mutter

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Von: Sandra Danicke

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Unsere Empfehlung für kuschelige Wärme im Bett.
Unsere Empfehlung für kuschelige Wärme im Bett. © Martin Konopka/Imago

Es gibt Menschen, die wärmen ihr Bett mit dem Föhn. Über die Gründe können wir nur spekulieren.

Es ist schon ein paar Tage her – aber kalt war es bereits –, da wärmte ein Mann in Hamburg sein Bett mit einem Föhn. Das kann vorkommen. Wir hätten eine Wärmflasche bevorzugt, aber womöglich hat nicht jeder eine zu Hause. Wobei wir geschworen hätten, dass in Deutschland jeder Haushalt über mindestens eine Wärmflasche verfügt, aber vielleicht war die ja anderweitig in Gebrauch.

Jedenfalls stand das Bett des Mannes auf der Terrasse, was im Herbst allgemein eher selten der Fall ist. Die Terrasse wiederum gehört zur Wohnung der Mutter des Mannes, und da wird die Angelegenheit schon wieder verständlich. Womöglich verfügt Mutter nur über ein einziges Schlafzimmer. Womöglich schnarcht sie oder hat eigenwillige Angewohnheiten. Der Mann ist übrigens 61 Jahre alt, die Mutter also nicht mehr die Jüngste.

Die Sache wäre wohl kaum jemandem aufgefallen, wenn der Mann beim Vorwärmen des Bettes nicht die Matratze in Brand gesteckt hätte. Der Qualm zog durch die Wohnung ins Treppenhaus, die Feuerwehr wurde gerufen, und eine Familie mit zwei Kindern kam mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Auch der Mann erlitt Verletzungen durch Rauchgase.

So weit die Polizeimeldung, die kein einziges Wort darüber verliert, wie es der Mutter geht. Hat sie von der Katastrophe gar nichts mitbekommen? Schwer vorstellbar, wenn in einer Nachbarwohnung bereits Vergiftungsgefahr herrschte. Hatte man vergessen nachzusehen? Unwillkürlich versucht man sich die Verhältnisse im Hause Bettföhner vorzustellen. Der Sohn ist ja entweder ein sehr fürsorglicher Mensch (zieht extra bei Mutter ein, um sie zu pflegen) oder jemand, der sich von Mutter jahrzehntelang durchfüttern lässt.

Gewisse Spannungen scheint es gegeben zu haben. Hätte der Sohn sein Lager nicht wenigstens im Wohnzimmer aufschlagen können? Konnte er Mutters Gejammer nicht länger ertragen? Oder war es umgekehrt die Mutter, die ihn auf die Terasse verbannt hat? Denkbar wäre, dass Mutter ein Techtelmechtel im Schlafzimmer hatte und dabei nicht gestört werden wollte. Auch im Alter darf man ja Spaß im Bett haben. War die Aktion mit dem Föhn am Ende ein Hilferuf? Nach dem Motto: Seht her, ich bin ein Opfer psychischer Gewalt? Wir werden mit der Unwissenheit leben müssen.

Das Bett-Föhn-Matratzenbrand-Problem ist übrigens ein äußerst häufig auftauchendes. Googeln Sie mal Bett und Föhn. Interessanterweise sind es fast immer Frauen, die ihr Bett aufwärmen (müssen). Deshalb folgender Hinweis: Im Drogeriemarkt gibt es gerade Wärmflaschen für 6,45 Euro.

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