Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Times mager

Mulan

Keine "weißgewaschene" Chinesin: Die Heldin in der geplanten Disney-Neuverfilmung von "Mulan" soll von einer Asiatin gespielt werden, fordern die Initiatoren einer Petition. Denn so selbstverständlich ist das gar nicht.

Bereits mehr als 30.000 Unterstützer fand eine Internet-Petition, in der Disney aufgefordert wird, die Hauptfigur im soeben erst angekündigten Spielfilm-Remake von „Mulan“ mit einer asiatischen Darstellerin zu besetzen. Die etwas kindischen Mittelalten unter uns erinnern sich daran, dass „Mulan“ vor 17 Jahren ein relativ fabelhaftes Trickfilmmärchen war; jedenfalls so fabelhaft, dass mancher bereit war, die Lieder in Popcorngeraschel zu versenken; bevor man für Teil 2 dann definitiv zu alt war, um sich Otto Waalkes als Synchronsprecher eines kleinen nutzlosen Drachens anzuhören.

Kurzum: Eine neue Verfilmung des chinesischen Märchens mit echten Menschen wollen die Petitions-Unterzeichner ohne „weißgewaschene“ Hauptfigur.

So unbegründet ist der vorauseilende Zorn nicht. Die Petition erinnert daran, dass erst kürzlich Scarlett Johansson mit der Rolle der offensichtlich japanischen Polizistin Motoko Kusanagi in einer Verfilmung von „Ghost in the Shell“ betraut wurde. Immer erkläre ein Studio dann, man habe eben prominent besetzen wollen, heißt es in der Petition, oder das westliche Publikum wolle keine asiatischen Darsteller sehen. Dabei gehe es unterm Strich darum, sympathische Figuren weiß zu zeichnen (die fiesen Nebenrollen dürften dann echte Asiaten spielen).

Schon hart: John Wayne als Dschingis Khan

Weitere spektakuläre Beispiele: John Wayne als Dschingis Khan in „Der Eroberer“ (1956, ein Film, der einen ohnehin etwas fassungslos machen kann und der seinen schrecklichen Nachruhm nur dadurch bekam, dass er in der Nähe eines verheerend verlaufenen Atomtests gedreht wurde) oder Mickey Rooney als grauenhafter Mr. Yunioshi in „Frühstück bei Tiffany“ (1961, ein Fehlgriff, der tief blicken lässt, was die Lächerlichmachung von Asiaten und alternden Ex-Lausbuben betrifft). Es ist bei aller Kritik anzunehmen, dass Scarlett Johansson es besser machen wird.

Wem dennoch mulmig dabei zumute ist, kann sich damit trösten, dass auf deutschen Opernbühnen heute zahlreiche asiatische Sänger stehen.

Interessant, dass die chinesische Sopranistin Hui He kürzlich im Interview erklärte, wenn sie erst einmal anfange, die Prinzessin Turandot zu singen, werde sie die Rolle nicht mehr los. Da hat sie bestimmt recht. Und es stimmt auch: In Bayreuth wünscht man sich einen schwarzen Wotan, und zwar aus demselben Grund wie die Petition eine asiatische Asiatin Fa Mulan im Disney-Studio will: Weil es ihnen aus blöden Gründen schwerer gemacht wird und nicht so bleiben muss. Keine Stunde später waren es schon mehr als 32 000 Unterzeichner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare