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Einige Zaubersprüche von Harry Potter würden auch 20 Jahre später gut funktionieren.

20 Jahre Harry Potter

Muggel grüßt

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Helmut Kohl war Bundeskanzler, Klonschaf Dolly wurde geboren, der erste Band über einen zaubernden Jungen erschien. Der sollte noch berühmt werden.

Wie praktisch wäre es, einmal „Arresto Momentum“ zu rufen und der Nachmittag am Badesee ginge langsamer vorbei, das Eis am Stiel würde nicht so schnell schmelzen, der erste Freund könnte gar nicht anders, als einen noch länger und länger zu küssen. Aber nicht einmal Harry Potter ist es mit einem „Arresto Momentum“ gelungen zu verhindern, dass sein Erscheinen in dieser Muggel-Welt nun auch schon 20 Jahre her ist. 20 Jahre? Die Nachrichtenagentur dpa hat mitgezählt und rekapituliert: Helmut Kohl war Bundeskanzler, Dolly, das Klonschaf, wurde geboren, und ein Junge mit blitzförmiger Narbe und Nickelbrille wurde ausersehen, die Macht des dunklen Magiers Trump, äh, Voldemort zu brechen.

Damals lasen erst zwei, dann vier, dann bis heute gefühlt 7 529 419 676 Menschen: „Mr. und Mrs. Dursley im Ligusterweg Nummer 4 waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar. Niemand wäre auf die Idee gekommen, sie könnten sich in eine merkwürdige und geheimnisvolle Geschichte verstricken, denn mit solchem Unsinn wollten sie nichts zu tun haben.“ Mit solchem Unsinn wollte so mancher nichts zu tun haben. Und musste doch lernen, dass man ihn einfach einen Muggel nannte. Einen was?

Der Muggel musste außerdem lernen, dass er nicht einmal einen von Kennern als „nicht besonders schwierig“ beschriebenen Zauber wie „Rictusempra“ (das magisch gekitzelte Opfer muss unaufhörlich lachen) auszuführen imstande war. Und dass er selbst in krassesten Notlagen (etwa: Sonntagsdienst, Läden zu, keine Schokolade) vergeblich „Dissendium!“ rief, von dem doch behauptet wird: „Öffnet den Buckel der einäugigen Hexe in Hogwarts, wodurch ein Geheimgang in den Keller des Honigtopfes offenbart wird“.

„Muffliato“ und „Flipendo“ funktionieren seit 20 Jahren nie, wenn man sie mal braucht. „Furnunculus“ würde man, Ehrenwort, nur ganz sparsam einsetzen, ebenso „Glisseo“ (letzteren Fluch auch nur mittels klitzekleiner Bananenschalen, sozusagen für ein Ausrütscherchen).

Wenn wir uns einen einzigen Zauberspruch aussuchen dürften, unsere Wahl fiele auf „Peskipiksi pesternomi“ – der dann aber auch tatsächlich alle randalierenden Wichtel dieser Welt zwingen müsste, ihr Treiben sofort einzustellen. Denn noch fantastischer als alle Zaubersprüche ist nur der letzte Satz des letzten Bandes: „Alles war gut.“ Würde er Wirklichkeit, würden wir sofort sagen: „Arresto Momentum“.

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