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MRT

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Von: Sandra Danicke

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Wham!
Wham! © imago

Bisweilen ergeben Sounds, die nicht zusammengehören einen erstaunlich homogenen Klang. Aber wer ist eigentlich die klassische Radio-Harmony-Hörerin?

Neulich im MRT-Gerät. Sie wissen schon, diese futuristisch anmutende Röhre, in die man sich legt, um zum Beispiel sein Gehirn mithilfe von Magnetfeldern untersuchen zu lassen. Es ist darin verflixt laut, und die Geräusche erinnern an ein rhythmisch konzertiertes Stahlwerk. Das hat einen ordentlichen Wumms und sogar Pep.

Neulich im MRT also lief Radio Harmony über Kopfhörer. Es ging los mit Wham!. Die Älteren werden sich erinnern: die Band mit George Michael. „Wake me up, before you go go“. trällerte der Sänger zu schmissigen Beats, und da zuckte es in den Füßen. Das war allerdings ungünstig, man muss in einer solchen Röhre ganz stillliegen, sonst verwackeln die Bilder.

Die Überlagerung von den forsch sich in den Vordergrund stampfenden Magnetgeräuschen (vermutlich ist dieser Ausdruck nicht korrekt, aber Sie wissen, was ich meine) und dem locker-flockigen Pop-Sound erzeugte eine interessante Wechselwirkung. Unvereinbares schien plötzlich auf skurrile Weise zusammenzupassen, was man als gutes Omen für die aktuellen Koalitionsverhandlungen deuten könnte. Oder auch als Zufall.

Es folgte Phil Collins. Da passte das vehemente Dröhn-Stampfen schon weniger. Der „Easy Lover“ wollte einfach nicht mit dem Krach-Sound harmonieren; die Aufmerksamkeit sprang zwischen den Geräusch-Kulissen hin und her. Beides wurde letztlich als doof empfunden.

Eine Frage, die sich der Patientin aufdrängte: Warum Radio Harmony („Die großen Hits der Achtziger“)?. Hatte die Radiologie-Angestellte vorher das Geburtsdatum der zu Untersuchenden gecheckt? Hatte sie das Outfit nach Merkmalen gescannt, die akustische Vorlieben suggerieren? Durch eine Zufallsbegegnung am Abend davor hatte die künftige Patientin nämlich erfahren, dass keineswegs jeder hier denselben Sender aufs Ohr kriegt. Der Bekannte, langhaarig mit Band-T-Shirt, berichtete, man habe ihm am selben Ort ungefragt Heavy Metal angestellt. Er habe das okay gefunden, hätte aber noch lieber eine Sonate von Bach gehört,. Ob Bach allerdings mit dem Geräte-Lärm harmoniert hätte, darf man bezweifeln.

Da fragt man sich, warum noch niemand Musik für MRT-Geräte komponiert hat, etwas mit pulsierenden Elektro-Beats, die die Übergänge bei den notwendigen Geräuschen gefälliger erscheinen lassen. Es gibt ja auch Komponisten für Fahrstuhl- und Supermarkt-Musik. Ob die Menschen dann nicht mehr zügig genug aus der Röhre kämen?

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