Auf seinem Weg in die Geschichtsbücher macht Donald Trump auch vor der Tierwelt nicht halt.
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Auf seinem Weg in die Geschichtsbücher macht Donald Trump auch vor der Tierwelt nicht halt.

Times mager

Mottig

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Wem zu Ehren oder zum Hohn wurde eigentlich eine neu entdeckten Mottenart nach Donald Trump benannt? Der Motte? Trump?

Donald Trump würde mit dem Finger zeigen und sagen: selbst schuld. So wie er fand, dass ein Soldat selbst schuld ist, wenn er sich gefangen nehmen und foltern lässt („Ich mag Leute, die nicht gefangen wurden, okay?“). Aber das ist ja nun Schnee von vorvorvorgestern. Eine kleine Motte mit winzigen hellgelben Schuppen auf dem Kopf hat sich – hier aus ihrer Perspektive betrachtet, aber vielleicht ja auch aus der von Trump – im genau falschen Moment entdecken lassen. Nun trägt sie den Namen Neopalpa donaldtrumpi.

Gerade erst klassifiziert, musste die blonde Motte auch noch als gefährdet eingestuft werden. Seinen Sprecher wird Trump heute verkünden lassen: Neopalpa donaldtrumpi gibt es in hellen Scharen, keine Motte flattert so reichlich durch Amerika wie diese. Alle Schmetterlingskundler lügen, wenn sie etwas anderes behaupten, er wird sie persönlich zur Verantwortung ziehen.

Aber was erst wird los sein, sobald dem US-Präsidenten zu Ohren kommt, dass Neopalpa donaldtrumpi erstens in Kalifornien und Mexiko lebt, ohne die Grenze zu beachten. Und zweitens über sogar für eine Motte seltsam gebogene und unterdurchschnittliche Genitalien verfügt. Er wird nicht zögern, sie bombardieren zu lassen. Alle viele Milliarden Exemplare und egal, wo sie sich aufhalten. Ganz besonders allerdings, wenn sie sich in Kanada aufhalten.

Nach Schätzungen von Wissenschaftlern gibt es auf der Erde übrigens immer noch fünfmal mehr unentdeckte Tier- und Pflanzenarten als bereits klassifizierte. Sie zu finden, bietet herrliche Möglichkeiten ehrender Benennung. Wir warten gern auf weitere flatternde, kriechende, schwimmende Donaldtrumpiis.

Aber auch bereits bekannte Spezies stecken noch voller Überraschungen. Hühner zum Beispiel. Sie sollen sogar zählen können, wie eine aktuelle Untersuchung diverse Forschungsergebnisse zusammenfasst. Küken, denen man zwei Mengen mit einer unterschiedlichen Zahl an Objekten zeigte – etwa fünf und drei kleine Bälle –, um diese danach hinter Abschirmungen zu legen, trippelten zur Abschirmung mit der größeren Zahl von Objekten, also dem größeren Haufen. Das und die Tatsache, dass Hähne tricksen und täuschen können, spricht unbedingt dafür, Gallus gallus domesticus umzubenennen. Auch die Anzahl dürfte zufriedenstellend sein.

Leider nicht untersucht wurde die Fähigkeit von Hühnern, ihren Stall zu verkabeln. Unter Umständen würde sich Gallus gallus auch am BER bewähren. Aber es soll hier nicht auf Handwerkern herumgehackt werden, die jetzt vielleicht lieber eine Motte wären.

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