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Fata Morgana? Aber wo ist hier die Wüste?
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Fata Morgana? Aber wo ist hier die Wüste?

Times mager

Mirage

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Das gibt’s doch nicht!, wird sich Mr Morris gesagt haben, als er ein schwebendes Schiff entdeckte.

Als Mr Morris (trotz Folgendem nicht verwandt oder verschwägert mit dem Mister Morris von „Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore“) kürzlich an Cornwalls Küste spazieren ging, sah er einen großen Frachter in der Luft schweben. Da er ein gut erzogener Mensch zu sein scheint, hat er Stillschweigen über das bewahrt, was ihm entfleucht sein dürfte (das Times mager sagt nur: bleep!), wohl aber hat er das Corpus Delicti fotografiert. Das Corpus Delicti? Aber ja, muss sich doch jemand hier vor Cornwalls Küste einen üblen Scherz erlaubt haben. Gummiboot, wird sich Mr Morris gefragt haben, mit Helium gefüllt? Im Meer aufgestellte Plakatwand? Fata Morgana? Aber wo ist hier, bleep noch mal, die Wüste?

Nun, mit der Fata Morgana lag er nicht daneben. Handelte es sich doch um eine optische Illusion namens „superior mirage“, überlegene Fata Morgana, die entstehen kann, wenn die oberen Luftschichten nicht wie üblich kälter sind als die unteren, sondern umgekehrt. Warme Luft liegt auf kalter, die kalte kuschelt sich ein und greift als Gutenachtlektüre zu „Die fliegenden Bücher“… Entschuldigung, das ist jetzt unwissenschaftlich. Die wissenschaftliche Erklärung verstehen wir zwar nicht wirklich, haben wir doch einst die Naturwissenschaften gemieden wie der Teufel das Gummiboot, wollen es dennoch zu erklären versuchen: Kalte Luft hat einen höheren Brechungsindex, so dass die Lichtstrahlen, die das Schiff reflektiert, nach unten gebogen werden. Und wenn sie dann die Augen des Betrachters erreichen, gaukeln sie diesem vor, dass die Fläche, von der sie kommen, höher liegt als in Wirklichkeit.

Aber was heißt schon: in Wirklichkeit? Und was davon lässt sich nachprüfen?

Aus Zeitgründen (Einkaufstermine vereinbaren, trotzdem vor Geschäften anstehen, den Osterhasen buchen, bei dem so dauerhaft besetzt ist wie bei der Impfhotline) muss das Times mager einfach mal glauben, dass tief im Ozean leuchtende Haie entdeckt wurden. Die größten leuchtenden Haie aller Zeiten, heißt es. Was für Szenen mögen sie dort ausleuchten? Dass außerdem laut Nachrichtenagentur zwei Arten der im Meer lebenden Schlundsackschnecken „bis auf ihren Kopf den gesamten Körper vollständig erneuern“ können. Doktorandin Sayaka Mitoh nennt ihre Entdeckung einen glücklichen Zufall. (Es ist nicht überliefert, wie die Schlundsackschnecke es nennt.)

„Die Köpfe relativ junger Schnecken“, so dpa, „hätten schon nach wenigen Stunden begonnen, Algen zu fressen. Innerhalb einer Woche habe das Herz angefangen nachzuwachsen; nach rund drei Wochen hatten die Schnecken einen komplett neuen Körper.“ Wir wollen gar nicht leugnen, dass das im Frühjahr 2021 verlockend klingt. Verlockender sogar, als wenn über dem Main ein Schiff schweben würde.

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