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Eine Schallplatte nachahmen ist eine Methoden, Redeflüsse zu unterbinden.
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Eine Schallplatte nachahmen ist eine Methoden, Redeflüsse zu unterbinden.

Times mager

Methoden

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Amen sagen. Eine Pfeife anzünden, notfalls imaginär. Eine Schallplatte nachahmen. Methoden gegen Redeflüsse.

Sprechen wir kurz über Privates. Womit lassen sich solche Gespräche aber tatsächlich kurz halten? Hier vier Beispiele.

E ine Person redet und redet, weil sie so recht hat, aber der andere merkt es vielleicht noch immer nicht. Der andere sagt Amen. Das ist eine gute Methode, sie schließt das Thema ab, ohne die Person, die redete und redete – aber jetzt nicht mehr –, im engeren Sinne abzuwürgen. Ein Amen ist auch im zivilen Leben eine Art Zustimmung, jedenfalls kann sich die redende und redende Person das sagen. Im Stillen.

E ine Person redet und redet, weil sie zögert, ob sie es besser so oder so machen soll. Der andere legt pantomimisch eine Schallplatte auf einen Plattenteller – denn die Beteiligten sind alle nicht mehr die Jüngsten und kennen die Bewegungen noch gut – und setzt die Nadel auf. Die Drehzahl ist aber offenbar zu schnell eingestellt. Jetzt macht er das Geräusch nach, das dabei entstehen würde, ein helles Plippeln und Plappeln. Diese Methode hat tatsächlich eine beschleunigende Komponente, denn die Person, die sich nicht entschließen kann, wird nicht mehr allein auf die allmähliche Verfertigung des Gedankens beim Sprechen setzen, sondern ihren Verstand kurzzeitig umweglos einsetzen. Und einen Entschluss fassen. Jedenfalls einen vorläufigen.

Eine Person redet und redet, weil sie jetzt wieder so recht hat, aber der andere hat auch so seine eigenen Ansichten. Der andere raucht daraufhin eine fiktive große Pfeife, er tut das gemütlich, aber auch gleichmütig wie Popeye. Diese Methode strahlt Ruhe aus und gerade so viel Wurschtigkeit, wie sie aushaltbar ist, bevor man gekränkt wäre. Denn auch diese Methode nimmt der redenden und redenden Person nicht direkt den Wind aus den Segeln, aber sie relativiert das emotionale Niveau, korrigiert es nach unten. Da gehört es meistens auch hin.

Eine Person redet und redet, weil sie schon wieder zögert, ob sie es besser so oder so machen soll. Der andere übernimmt beide Parts des Dialogs, den der redenden Person und seinen eigenen, jetzt geht es viel schneller, sauseschnell. Diese Methode – die an die Plattenspielermethode erinnert, aber jedes Wort ist zu verstehen, jedes zweite – geht allerdings immer genau so aus, wie der andere es wollte. Das ist ein Nachteil, aber kein übermäßig großer.

Alle vier Methoden erinnern ja daran, dass es normalerweise alles nicht so wichtig ist. Alle vier Methoden sind viel schöner, als sich gegenseitig anzuschreien.

W enn einem Jahre später auffällt, dass man selbst immer die Person ist, die redet und redet, ist es natürlich etwas irritierend. Jetzt aber würde es zu privat.

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