Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Border Collies - dem Menschen vielleicht doch überlegen?
+
Border Collies - dem Menschen vielleicht doch überlegen?

Times mager

Max & Squall

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
    schließen

Von klugen Border Collies und weniger klugen Menschen.

Die spezielle Art von Stress, die für Beschäftigte in Feuilletonredaktionen im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse auftritt, lässt sich besonders gut mit Tiervideos kompensieren. Diesmal: Ein ungarisches Experiment unter internationaler Beteiligung. Max (Ungarn), Gaia (Brasilien), Nalani (Niederlande), Squall (USA), Whisky (Norwegen) und Rico (Spanien) gelang es dabei, die Namen von 28 bis mehr als hundert bunten Spielsachen so zu lernen, dass sie sie auf Geheiß von Frauchen oder Herrchen herbeibringen konnten.

Im Video sieht man, wie Max und Squall enthusiastisch ein Stofffischlein, Häschen, Seepferdchen – Crocks, Silver, Pupi – nach dem anderen schnappen. Dass von vornherein Hunde gesucht wurden, die sich schon als lernfähig in dieser Hinsicht erwiesen hatten, zeigt, wie anspruchsvoll das ist. Wobei man das schon selbst weiß, wenn die persönliche Mnemotechnik nicht einmal dafür ausreicht, eine achtstellige Telefonnummer in einem Rutsch zu tippen. Vor Jahren scheiterte die eigene Teilnahme an einem Experiment daran, dass es nicht gelang, die noch gar nicht wirklich zum Experiment gehörige Eingangsaufgabe zu erfüllen: eine zehnziffrige Zahlenreihe an einem Stück zu wiederholen. Entspann dich, rief die Versuchsleiterin. Das war sehr entspannend, flankiert noch von der fatalen Überlegung: Es kann doch nicht wahr sein, dass ich mir diese paar Ziffern nicht merken kann.

Ausschließlich Border Collies schafften es in die Hauptrunde. Man sieht sich nicht satt, einfach alles gelingt ihnen. Squall, auf Englisch informiert, rennt etwas eher los, Max, auf Ungarisch informiert, kommt etwas eher zurück. Die Objekte liegen in einem anderen Zimmer, so dass der Kluge-Hans-Effekt ausgeschlossen werden kann, die versehentlich eben doch signalisierte Begeisterung der Menschen über die richtige Entscheidung der Tiere. Die Entdeckung des Kluge-Hans-Effekts, 1907 publiziert, hinderte die Großmutter nicht daran, bis zum Ende ihres Lebens begeistert von der Klugheit des Pferdes Hans zu sprechen. Im Video kommt dann noch ein ungarischer Forscher zu Wort, der völlig perplex ist. Es gebe wirklich nur wenige Hunde, die Gegenstände via Sprache unterscheiden könnten.

Kompensieren heißt natürlich: verschärfen. Der halbe Morgen futsch, anschließend noch das geerbte Buch „Der fremde Gast“ von Maurice Maeterlinck gesucht (mit einem Kapitel über die Pferde von Elberfeld, oder?) und nicht gefunden. Letztlich zeigt sich wieder, wie haltlos die Vorstellung ist, der Mensch sei klug. Es gibt wirklich nur wenige Menschen, die klug sind. Der Rest lässt sich in der „Tagesschau“ zeigen, wie ein Katalysator arbeitet. Punkte fliegen in andere Punkte hinein und bleiben aneinander kleben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare