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Wachsen kann zum Beispiel auch der Glaube an den Scheibencharakter der Erde, an die Erfindung von Corona durch das internationale Finanzkapital, findet FR-Autor Stephan Hebel.
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Wachsen kann zum Beispiel auch der Glaube an den Scheibencharakter der Erde, an die Erfindung von Corona durch das internationale Finanzkapital, findet FR-Autor Stephan Hebel.

Times mager

Matthäus

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Kennen Sie schon den Matthäus-Effekt? Vom Unsinn und dem Glauben daran.

Beinahe wäre die kleine Assoziationskette in Vergessenheit geraten, die beim Thema „Matthäus-Effekt“ ihr vorläufiges Ende nahm. Aber dann fand sich der Anfang wieder.

Um der Reihe nach am Ende zu beginnen: Der Matthäus-Effekt ist dem biblischen Satz „Wer hat, dem wird gegeben“ entlehnt, aber es geht erst mal gar nicht um Geld, wie Sie jetzt gleich wieder denken. Der Begriff beschreibt vielmehr das Phänomen, dass Erfolg in der Wissenschaft sich von einem bestimmten Punkt an nicht mehr immer neuen Bestleistungen verdankt, sondern eigenständig fortpflanzt: Erst werden Sie ein bisschen häufiger zitiert als andere, dann sind Sie irgendwann plötzlich relativ bekannt, dann werden Sie noch häufiger zitiert und so weiter. Also jetzt nicht unbedingt Sie, das war nur ein Beispiel.

Übrigens, wegen der Sache mit dem Geld: „Der ursprüngliche Sinn des Gleichnisses hat nichts mit seinem gängigen Verständnis gemein“, belehrt uns Wikipedia; es ist vielmehr so: „Wer den Glauben annimmt, öffnet sich damit zu einer immer wachsenden Einsicht. Wer ihn nicht hat, der versteht auch das nicht, was er ursprünglich von Gott als Anlage zum Glauben bekommen hat.“

Nun wissen Sie sicher auch, und hier ist schon der nächste Schritt zurück in der Kette, dass sich das „immer Wachsende“ nicht nur auf die angebliche Einsicht in den vermeintlichen Willen eines christlichen Gottes beziehen kann. Wachsen kann zum Beispiel auch der Glaube an den Scheibencharakter der Erde, an die Erfindung von Corona durch das internationale Finanzkapital oder an die Manipulation der Gutgläubigen durch als Menschen verkleidete Echsen, etwa mittels Kolumnen im Feuilleton.

Das Wachsen derartiger „Einsichten“ verdankt sich, wie wir wissen, den lustigerweise „sozial“ genannten Medien. Und wissen Sie, wie das auch heißt, wenn Unsinn und der Glaube daran sich durch stete Wiederholung sozialmedial selbst verstärken? Richtig: Matthäus-Effekt. Sagt Prof. Dr. Oliver Bendel von der Fachhochschule Nordwest-Schweiz, und der wird es schon wissen (Gablers Wirtschaftslexikon).

Die Assoziationskette allerdings begann in der analogen Welt am Stadtrand von Frankfurt am Main. Der Radfahrer, unterwegs zum Einkaufszentrum, hatte seine Maske vergessen. Vor einer Apotheke am Wegesrand wartete eine Dame auf Einlass, und der Radfahrer bat sie, ihm eine oder zwei Masken zu kaufen, wenn sie an der Reihe sei. Das tat sie auch, nicht ohne den sich anschließenden Dank des Radfahrers wie folgt zu erwidern: „Ich habe mich gefreut, dass Sie gefragt haben!“ Der Mensch, dachte der Radfahrer froh, ist ein sehr schönes soziales Medium.

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