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Die „normalen“ Ansichten der AfD sind fragwürdig.
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Die „normalen“ Ansichten der AfD sind fragwürdig.

Times mager

Maskierte AfD

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
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Was die AfD auf ihrem Dresdner Parteitag unter „normal“ versteht.

Masken, das ist nicht neu, weist die AfD zurück. Weil sie sie für dekadent hält, für kulturmarxistisch, für versifft? Oder für unmännlich? Jedenfalls hält sie es für eine „normale“ Sache, wenn sie jetzt auf ihrem Dresdner Parteitag den Beschluss gefasst hat: „Masken lehnen wir ab.“ Zudem hat sie die Losung ausgegeben: „Deutschland. Aber normal“.

Wie üblich oder regelmäßig oder traditionell bei dieser Partei hat sie sich stärker noch als auf einen Slogan auf eine Parole geeinigt, mit der sie ihre ganz speziellen Normen kaschiert. Nichts anderes als eine Eskalationsstrategie, die nicht neu ist, die für die Entwicklung rechtsextremer Parteien jedoch dermaßen zur Tagesordnung gehört, dass man der AfD die Maske nicht erst behutsam entfernen muss, während sie sich hingerissen zeigt von ihrer Radikalisierung.

Im Wahlprogramm heißt es etwa: „Wir halten einen Austritt Deutschlands aus der Europäischen Union und die Gründung einer neuen europäischen Wirtschafts- und Interessengemeinschaft für notwendig.“

Das „Normale“ allein dieses Parteitagsbeschlusses lässt sich daran ermessen, dass sich mit ihm die Rechtsextremisten gegen die Parteiführung um Jörg Meuthen durchsetzen, der seit Monaten in Biedermannmanier vor die Öffentlichkeit (jenseits der AfD) tritt, um davon abzulenken, dass die Brandstifter das Normale in der Partei repräsentieren.

Brandstifter? Zum geistigen Aggregatzustand, in dem sich die Partei befindet, gehört die dem Parteitag vorgelegte heiße Erkenntnis: „Die Menschheitsgeschichte belegt, dass Warmzeiten immer zu einer Blüte des Lebens und der Kulturen führten, während Kaltzeiten mit Not, Hunger und Krieg verbunden waren.“

Assoziation: Normalität als vermeintliche politische Tugend war oft schon von erheblicher politischer Heimtücke. Eine weitere Assoziation kommt hinzu, wenn man auf den mit knapper Mehrheit abgelehnten Antrag stößt: „Insbesondere soll der mittlerweile so gut wie nicht mehr vergebene Waffenschein, der besonders gefährdeten Personen das Führen von scharfen Waffen in der Öffentlichkeit erlaubt, bei nachgewiesener Gefährdung leichter als bislang ausgestellt werden.“

Auch wenn dieser Antrag zur Prüfung an einen Parteiausschuss verwiesen wurde, der sich mit dem Programm der Partei zur inneren Sicherheit beschäftigt, so zeigte sich die Partei damit auf dem Marsch in ein von ihr beschworenes „anderes Deutschland“, bei dem das Führen scharfer Waffen zweifellos normal ist. Hinter dem, was diese Partei mit dem Begriff „anderes Deutschland“ maskiert, steht als brutale Physiognomie: AfD = Ausnahmezustand für Deutschland.

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