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Gegen 19.30 Uhr sind auch die Masken ernste Kunden des ÖPNV.
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Gegen 19.30 Uhr sind auch die Masken ernste Kunden des ÖPNV.

Times mager

Masken

Den Ausdruck von Lebensfreude muss man sich offensichtlich für die Sitzung aufsparen. In der S-Bahn jedenfalls sind auch Verkleidete durchaus ernst unterwegs.

In bestimmten Fragen herrschen unter Frankfurtern Einigkeiten, die Außenstehende überraschen können. Weniger, weil es besonders frappierende Einigkeiten wären. Man hatte bisher aber vermutlich nie darüber nachgedacht.

Im Kern steht dabei dreierlei: die Zusammensetzung der Grünen Soße, einer Spezialität, von der man vorher unter Umständen noch nie gehört hatte (das kann der Frankfurter dann kaum glauben, dass man von Grüner Soße noch nie gehört haben will). Zweitens: die Vorliebe für eine bestimmte Rindswurstmarke mit einem nicht einfach zu buchstabierenden Doppelnamen. Aber wer auf sich hält, verzehrt nur sie. Schließlich: die Anordnung, Apfelwein auf keinen Fall süß zu spritzen, also mit Limonade zu kombinieren. Dass das äußerst schmackhaft ist, wird dabei ignoriert.

Darüber hinaus geht es in Frankfurt gemütlich und entspannt zu. Natürlich nicht beim Hineinstopfen der Menschenmenge in die U-Bahn. Auch nicht beim Bestellen des nicht süß gespritzten Apfelweins (denn selbst bei korrekten Bestellungen kennt der Frankfurter Kellner keinen Spaß). Aber zum Beispiel im Karneval. Abgesehen davon, dass man dazu definitiv Fastnacht sagen muss.

Der junge Mann als Gartenzwerg

Unter die ernsten Kunden des ÖPNV, denn es ist immer etwas überfüllt und man kommt von der Arbeit oder fährt zu Arbeit oder ärgert sich über den Handybenutzer neben sich oder muss selbst das Handy benutzen, hat aber keinen Empfang oder die Person am anderen Ende der Funkwelle hat keinen Empfang, und so weiter, unter die also entsprechend ernsten Kunden des ÖPNV mischen sich in diesen Tagen die Masken. Hinten im Waggon steht ein junger schlaksiger Mann, der als Gartenzwerg geht. Er versucht, sein Handy zu benutzen.

Denn gegen 19.30 Uhr sind auch die Masken ernste Kunden des ÖPNV. Es ist immer etwas überfüllt und man kommt ja ebenfalls von der Arbeit und hat sich nur rasch die bunte Aladin-und-die-Wunderlampe-Kopfbedeckung übergestülpt und ist in die Pluderhose aus dem gleichen Stoff geschlüpft, und den Ausdruck von Lebensfreude muss man sich offensichtlich für die Sitzung aufsparen. Die Frau im Partnerlook, aber die Kopfbedeckung femininer à la Scheherazade, schätzt das genauso ein. Beim Verlassen der Bahn zeigt sich, dass der Zipfelbart des Schlaks absolut echt ist und die rote Zipfelmütze der Kälteabwehr dient. Tücke der Mode.

Im Fernsehen läuft nachher jedoch der Wiener Opernball. Und sogleich gibt es nichts mehr, was an Frankfurt überhaupt noch merkwürdig sein könnte.

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