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Die Löwenzahn-Blüte auf dem Mars ab dem Jahr 2073 wird eine dottergelbe Pracht und Freude sein.

Times mager

Marsmarkt - Die Feuilleton-Kolumne

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Noch besser könnten wir alle Abstand halten, wenn wir auch bereits auf dem Mars siedeln könnten.

So bitter es ist, gerade nicht nach Mallorca oder Rimini, noch nicht mal an den Wolfgangsee oder auch nur in die Rüdesheimer Drosselgasse zu können, um sich vor Ort einen zünftigen Kater abzuholen, so bitter es ist, dass auch das Oktoberfest nicht einmal mehr mit vom Rand tüchtig Abstand haltenden Maßkrügen winken darf, von denen es ruhig eins, zwei, viele, noch mehr sein dürften (teuer? pfeif drauf), denn eigentlich ist es erst dann so richtig gut, wenn der Mensch die Maßzahl nicht mehr mitzählen kann, wenn’s grad komplett wurscht is – allerdings, wenn es dem einen wurscht ist, auf der Wiesn oder sonst wo, dann hat der andere vielleicht zur selben Zeit große Ziele, die auch dem einen zugute kommen können. Also, noch nicht gleich, aber doch irgendwann.

Wissenschaftler der US-amerikanischen Villanova Universität, einer privaten und katholischen Uni, machten es nicht wie die Vögel unter dem Himmel und legten die Hände in den Schoß, sondern hielten auch noch in diesen Distanzierungs-Zeiten ihre Studenten dazu an, in eigens konstruierten Gewächshäusern karge Mars-Erde und schwaches Mars-Licht zu simulieren zwecks Säen und Ernten und um eine Mars-Besiedlung absehbar ins Auge fassen zu können.

„Bei ihren Gewächshaus-Experimenten trafen die Villanova-Studenten anstrengende Maßnahmen, eine Umgebung zu schaffen, wie sie ähnlich in Gewächshäusern auf dem Mars gefunden werden könnte“, so nun der Bericht dazu im Magazin „Scientific American“. Pflanzen, die viel Sonne benötigen, schieden schnell aus, das war’s leider für Tomaten, Bohnen, Mais. Karotten bekam eher der Boden nicht, sie blieben mickrig. Süßkartoffeln schlugen sich ein bisschen besser als normale Kartoffeln.

Doch Löwenzahn gedieh prächtig – man stellt sich also schon vor, wie die Samen vom milden Mars-Wind (Mars-Wind? Wissenschaft bitte melden) überall hingetragen werden, in jeden Krater und zu jedem grünen Männchen (das sich eine Blüte an den Hut stecken kann), so dass beim Blick durch Teleskope die Löwenzahn-Blüte auf dem Mars etwa ab dem Jahr 2073 eine dottergelbe Pracht und Freude sein wird. Gut funktionierten auch Salat, Spinat (sorry, Kinder), Erbsen, Kohl, Knoblauch, Zwiebeln – und schließlich kann man auf dem Mars (noch) ungestört pupsen.

Das Beste aber kam am Schluss: Auch Hopfen und Gerste wuchsen, innovativen Brauereien sind damit Tür und Tor geöffnet zu völlig neuen Märkten.

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