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In Frankfurt soll es eine Durchfestivalisierung geben. Zu dem „Recovery-Programm“ gehört auch die Dippemess.
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In Frankfurt soll es eine Durchfestivalisierung geben. Zu dem „Recovery-Programm“ gehört auch die Dippemess.

Times mager

Marketing

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Immer einen Dippemess-Slogan auf der Pfanne: Frankfurts „Recovery-Programm“ sieht eine Durchfestivalisierung der Stadt vor.

Frankfurt hat immer schon für Furore gesorgt, nicht nur als Finanzschauplatz. Ist doch Frankfurt vielleicht nur ein anderes Wort für Findigkeit, seit langem schon. Nun eine Fortsetzung, von Finten ganz bestimmt: Haben doch Vertreter des „City- und Stadtteilmarketing“ den von ihnen einberufenen „Runden Tisch“ nicht verlassen, ohne einen Frankfurt-Plan beschlossen zu haben, ein 30 Millionen Euro „schweres Investitionsprogramm“, wie es hieß. „Frankfurt blickt nach vorn“, empfing Oberbürgermeister Peter Feldmann die Tischteilnehmer zum Auftakt. Am Ende besiegelt „kurzfristige Recovery-Maßnahmen“ zuzüglich die „langfristige Neuaufstellung der Innenstadt“. Zum Recovery-Programm der Neuaufstellung zählen Volksfeste, Mainfest, Dippemess, Weihnachtsmarkt; „Sommer in der Stadt“, „Herbst in der Stadt“, das „Grüne-Soße-Festival“.

Frankfurtfans! Die „Erlebnis-City-Frankfurt“ kennt keine stillen Freundinnen und Freunde Frankfurts mehr. Sie wird laut und ununterbrochen neu sein, so beschlossen im Corona-Mai 21, darunter „Kampagnen“ für ein „Mainviertel“, „Aktionstage“, „Rabattaktionen“. Zum Schluss noch genannt: „Auch ein eigener Gründerfonds Innenstadt wäre denkbar, ebenso eine Aufwertung der Innenstadt-Plätze.“ So etwas wie eine Gründerzeitstimmung für Plätze also? Kein klassisches Dezernat, dass die Dinge in die Hand nähme, es sei denn man bezeichnete „Stadtmarketing“ als eine solche urbane Dienststelle, die den kommunalen Dienststuben zwecks Neuaufstellung Beine macht. Mit allem Drum und Dran an Impulsen, Input, Inspirationen, Ideen, Initialzündungen, Inbrunst, Instruktionen, Innovationen, Injektionen, Inkarnationen – all dem, was die öffentliche Hand, schlaff, wie sie ist, schon lange zu leisten offenbar nicht mehr in der Lage ist. Stattdessen die zupackende Hand der Privatisierung, die alles mitbringt. Professionalisierung. Prachtentfaltung verborgener Potenzen, pompöse Wörter. „Neuaufstellung der Innenstadt“!

Als Reaktion auf die Corona-Krise geplant, sieht das Recovery-Programm dummerweise keine Reflexion vor, kein Innehalten beim Gedanken an die Innenstadt, vielmehr als Impact bloß eine Durchfestivalisierung Frankfurts. Die alte Messestadt fortan flächendeckend eine einzige Dippemess. Und Frankfurts Plätze? Das urbane Unglück an Konstabler- und Hauptwache, vom Rossmarkt über den Goethe- bis zum Rathenauplatz? Auch für diese völligen Fehlplanungen hat die von Schlagwort zu Schlagwort ziehende Stadtmarketenderei sicher einen Dippemess-Slogan auf der Pfanne.

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