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Nicht ein einziges Mal verzichtete der Vater darauf, die Frage zu stellen, ob wir eigentlich wüssten, dass Maggi aus Maikäfern hergestellt wird. Wird es natürlich nicht. Den Appetit hat diese These allerdings auch nicht verdorben.
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Nicht ein einziges Mal verzichtete der Vater darauf, die Frage zu stellen, ob wir eigentlich wüssten, dass Maggi aus Maikäfern hergestellt wird. Wird es natürlich nicht. Den Appetit hat diese These allerdings auch nicht verdorben.

Times mager

Maggi

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Das Times mager gratuliert dem Erfinder der Würze, die eine schlechte Suppe besser macht.

In dem wirklich guten Restaurant in einem wirklich kleinen hessischen Ort (in dem aber eine BVB-Fahne in XL hing) signalisierte die Küche, hier gebe es absolut keine Notwendigkeit nachzuwürzen, indem der suchende Blick des Gastes auf keinem der Tische Salz, Pfeffer, schon gar nicht ein Maggifläschchen fand. Dabei war doch in jeder Tischmitte Platz für ein XL-Teelicht und für eine Art Adventsgesteck, das doch voreilig schien. Ob man wohl, fragte der Gast die Kellnerin, ein wenig Salz haben könne? Sie nickte flüchtig, hatte aber fortan an anderen Tischen zu tun. Dem Gast fiel ein, dass es ja auch viel gesünder sein soll, salzarm zu essen. Und dass auch die Großmutter, die so vorzüglich kochte, dem Nachsalzen durchaus reserviert gegenüberstand. Vielleicht hätte sie ihr „Jetzt kostet doch erst mal!“ einst direkt ins Tischgebet aufnehmen sollen.

Allerdings gab es eine Ausnahme: Mit jedem Suppentopf – und die Großmutter hatte von Grießknödel- über Kartoffel- und Klare Ochsenschwanzsuppe bis Hühnerbrühe und Borschtsch ein großes Suppen-Repertoire – kam das vertraute Fläschchen auf den Tisch. Dunkelbraun, mit dickem Bauch und minarettartigem Hals. Und alle griffen auch danach. Nicht ein einziges Mal verzichtete der Vater darauf, die Frage zu stellen, ob wir eigentlich wüssten, dass Maggi aus Maikäfern hergestellt wird. (Stöhnen, Augenrollen.) Nicht einmal verzichtete die Großmutter darauf, ihm einen missbilligenden Blick zuzuwerfen und zu sagen: Du wirst uns den Appetit verderben. Davon konnte natürlich nicht die Rede sein, schon gar nicht, wenn es Buchstabensuppe gab.

Warum wir aufs Maggi kommen? Weil heute vor 77 Jahren nicht nur John Lennon geboren wurde (und der Beatles-Beauftragte des Times mager heute mal frei hat), sondern vor 171 Jahren auch der Schweizer Julius Michael Johannes Maggi. (Und vor 220 Jahren Philippe Suchard, noch ein Schweizer, der sich ernährungstechnische Verdienste erwarb. Aber das nur nebenbei.) Maggi jedenfalls hatte die Idee, Maikäfer … Ein Scherz. Natürlich sind keine Maikäfer drin. Und natürlich hätten wir zahlreiche Aufenthalte auf Berg- und Skihütten kaum überlebt, wenn uns nicht wenigstens Maggi-Würze zur Verfügung gestanden hätte.

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