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Was ist eigentlich Barock, Madame?
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Was ist eigentlich Barock, Madame?

Times mager

Madame

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Am Ende ihr Adieu wie ein Ausrufezeichen: Ein Gespräch über Salonkultur und republikanische Treppen.

Barock sei ja wohl was anderes, und man sei bestimmt der, so die Stimme am Telefon, der da was verwechsle, was sich gar nicht gut anhörte.

Drangehen beim Telefon ist gerade dann heikel, wenn man nicht richtig hinschaut aufs Display. Aber der Fußball lenkte ab, also mit langem Arm hingelangt zum Apparat. Was geht ab? Aber es ist nicht der ältere Sohn, der das Spiel ebenfalls schaut.

Vielmehr eine fremde Frauenstimme. Obwohl fernmündlich, ist man dennoch geradewegs ertappt bei dem, was im FR-Samstagsfeuilleton steht über diese Salons der Republik. Zu resolut die Stimme, als dass man sich nicht überführt fühlte, mit bürgerlichem Namen (mit Telefonnummer), als Autor. Dennoch die Rückfrage: Und wer sind Sie? Tue nichts zur Sache, nennen Sie mich Madame. Glaubt man’s?

Aber gut, den Fernsehton runter, auch wenn die Ungarn führen. Es sieht Samstagnachmittag um 16 Uhr nicht gut aus für die Franzosen. Madame? Madame: Glauben Sie, ich gäbe so schnell auf. Mein Lieber! So anhebend widerspricht Madame der These vom barocken Monumentalismus. Nur weil es sich um eine Freitreppe handele? Nicht doch! Ein Ungetüm, vorgeschlagen für Frankfurts Paulsplatz, das sehe sie auch. Als „Republikanische Treppe“ tituliert, lächerlich! Madame: Nennen Sie den Unsinn einfach eine Simulation.

War das das Stichwort, durch das wir uns annäherten? Madame: Wissen Sie eigentlich, wann der erste Salon gegründet wurde? Richtig, 1610, in Frankreich, im Barock, was also sollte die Polemik gegen den Barock? Polemik? Aber nein, so die Gegenrede: Der Einwand richte sich gegen den Gigantismus, mit der die Idee für einen Salon im Zentrum von Frankfurt ins Monströse gesteigert werde.

Rede und Gegenrede, sie sage ganz bewusst Manierismus. Ob denn bekannt sei, dass zum Barock die Spätphase Manierismus gehöre. Ob wir uns vielleicht darauf einigen könnten? Atmete Madame deswegen erleichtert auf? 66. Minute, Griezmann, 1:1, wurde auch Zeit. Madame?

Ja, sie sei noch da. Nicht Monumentalismus, vielmehr Manierismus. Wissen Sie eigentlich, was Mitte des 17. Jahrhunderts in die barocke Salonkultur einzog? Doch nicht etwa der Manierismus, was eine scheinheilige Gegenfrage war. Madame: Sie haben mich also verstanden! Monumentalismus gleich verfehlter Maßstab. Manierismus gleich Klischee. Vielleicht, so Madames Stimme, habe ich Ihnen weitergeholfen, wenn ich nicht Monumentalismus sage, sondern Manierismus, denn ich meine Phrase, Plagiat. Madame: Mein Lieber, ich sage Ihnen noch was, Gemeinplatz, und das für den Paulsplatz.

Am Ende ihr Adieu wie ein Ausrufezeichen.

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