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Aus dem offenen Schlagabtausch wurde ein Meuchelmord: Shakespeares Macbeth in einer Verfilmung von 1950.
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Aus dem offenen Schlagabtausch wurde ein Meuchelmord: Shakespeares Macbeth in einer Verfilmung von 1950.

Times mager

Macbeth

Heute vor 975 Jahren tötete Macbeth den König von Schottland und kürte sich zu seinem Nachfolger. Das lief aber nicht ab, wie uns später die Dichter erzählten.

Heute vor 975 Jahren wurde der schottische König Duncan I. getötet. Dies geschah in der Schlacht bei Elgin (heute übrigens die Partnerstadt von Landshut). Es würde wohl nicht mehr häufig darüber gesprochen, wäre der erfolgreiche Gegner nicht Mac Bethad mac Findlàich gewesen, welcher sich darauf zum König krönte und 17 Jahre lang regierte. Es soll keine schlechte Zeit gewesen sein, verhältnismäßig stabil – gemessen an schottischen Verhältnissen, wo nicht erst die Engländer kommen mussten, damit sich Männer im besten Alter gegenseitig die Köpfe einschlugen, dabei eigenwillig bekleidet und auf dem Dudelsack nicht unterhaltsam, sondern bedrohlich blasend. Die eigenwillige Bekleidung kann man heutzutage außer in Schottland nur im Festspielhaus von Bayreuth beobachten, wo sich generell eigenwillige Menschen gerne in den Trachten ihrer Heimat zeigen.

Jedenfalls sieht man, dass es sich vor und nach 1040 anders zutrug, als es einige Jahrhunderte später William Shakespeares Gewährsmann und der Dramatiker selbst darstellten. Aus dem offenen Schlagabtausch wurde der Meuchelmord, aus einer erfolgreichen Ära ein Fiasko und Intermezzo, aus dem ganz normalen König ein Karrierist und Schlappi, an seiner Seite eine unmögliche Gattin und eine Gruppe windiger Beraterinnen.

Interessant ist aber, dass Macbeth auch bei Shakespeare noch eine irritierend sympathische Figur ist. Sein Ruf ist grässlich, seine Taten sind indiskutabel, seine Einbildungskraft mangelhaft ausgebildet (den fiesen Trick mit dem Kaiserschnitt hätte er wenigstens durchschauen müssen). Aber er gibt sich zugleich unheimlich Mühe. Sich unheimlich Mühe zu geben, ist eine unterschätzte Sekundärtugend. Dass sie im Zusammenhang mit der Tragödie „Macbeth“ auf den Begriff Ehrgeiz gebracht, reduziert wird, spricht für sich.

All die freundlichen Mütter

Gut, dass noch etwas Platz ist. Gestern war nämlich – rein privat, quasi zufällig – die Mutter eines schon recht bekannten und zu weiteren Hoffnungen Anlass gebenden deutschen Schriftstellers in der Redaktion zu Besuch. Es war eine insofern beeindruckende Begegnung, als sie wieder daran erinnerte, dass jeder Mensch irgendwo herkommt. Von einer Mutter (wie auch immer er ihr entschlüpfte), die hofft, dass sich sein neues Buch gut verkauft. Oder die ihren Mac unterstützt, wenn er König werden will. Oder die ihrer Tochter zeigt, wie man effizient zaubert. Oder die ihr eine Eintrittskarte für ihre Lieblingsoper schenkt, deren Held dann wiederum „Mutter, Mutter“ ruft.

So schließt sich der Kreis, aber diesmal friedlich bis zum Sentimentalen.

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